So entwickelst du mentale Stärke

Ich hatte in den letzten Tagen mehrere Gespräche von einer sehr seltsamen Art. Ich wusste, dass meine Position, die ich vertrat, für mich die richtige ist, stand dabei allerdings in Kontrast zur Mehrheit der Gesprächspartner. Sei es, weil ich die einzige Frau im Raum war, weil ich deutlich jünger war als der Rest oder weil ich hier und da andere Ansichten vertrat. Meine innere Welt spielte sich dabei irgendwo zwischen Wut, Amüsement, Unverständnis, neuer Erkenntnis und absoluter Gleichgültigkeit ab. Nach diesen Gesprächen merkte ich, wie sehr mir die Energie entzogen wurde. Ich hatte mich emotional viel zu sehr involviert und es dauerte eine ganze Weile, bis ich wieder auf meinem ursprünglichen Energielevel war.

Ich denke, dass jeder von uns solche Situationen kennt, vor allem dort wo er/sie neu ist oder nicht den ungeschriebenen Regeln der Gruppe entspricht. Man lernt mit der Zeit damit umzugehen, sie nicht mehr allzu ernst zu nehmen und trotz allen Widrigkeiten sein eigenes Ding zu machen.

Und so kam mir der Gedanke, ob ich mir nicht einfach einen Zettel in die Hosentasche stecken könnte mit den wichtigsten Punkten, um nach so einer demotivierenden Situation wieder schnellst möglich auf die Beine zu kommen. Eine Liste, die mich daran erinnern soll, wie ich in meiner eigenen Kraft bleibe. Denn im Prinzip sind es ja immer die gleichen Muster aus denen wir uns jeden Tag aufs Neue herausentwickeln wollen. Ein Buch, das mir dabei sehr geholfen hat war das von Amy Morin „13 Dinge, die mental starke Menschen nicht tun“.  Ich finde mich in ihrer privaten Geschichte ebenso wieder wie in den Punkten, die sie für sich als essentiell beschrieben hat, um mit ihren Themen voran zu kommen und dabei ihren Weg zu gehen.

Und so möchte ich in diesem Text ihre wichtigsten Punkte in meinen Worten auflisten, durch die du immer wieder zu deiner eigenen mentalen Stärke zurückfinden kannst.

Ersetze Selbstmitleid durch Dankbarkeit

Jeder von uns hat mal eine harte Zeit. Aber der Unterschied zwischen Menschen, die mental stark oder schwach sind, ist, dass die einen keine Zeit damit verschwenden sich selbst Leid zu tun. Stattdessen ersetzen sie das negative Gefühl durch Dankbarkeit. Geh einfach mal an einen Ort, wo Menschen sind, die nicht so viel Glück hatten wie du im Leben und beobachte wie viele von ihnen trotzdem ein sehr schönes Leben haben. Einfach weil sie nicht rumheulen, wie schlecht es ihnen geht, sondern weil sie sich die guten Seiten fokussieren und diese stärken. Und vor allem, weil sie dankbar sind.

Bleib in deiner Kraft und verzeihe anderen

Es sollte dir relativ egal sein was andere Menschen über dich denken. Im Gegenteil, verzeihe ihnen, wenn sie über dich urteilen. Selbst wenn du irgendwo abgelehnt wirst, bleib bei dem was du tun willst. Lass dich davon nicht herunterziehen. Indem du anderen Menschen verzeihst, nimmst du dir selbst das Gewicht von den Schultern, du schickst ihre Meinung ins Bedeutungslose. Deine eigene Lebensqualität erhöht sich.

Nimm Veränderungen an

Überlege dir selbst, welche Veränderung du in deinem Leben machen willst. Achte darauf, wie du dich dabei fühlst. Wahrscheinlich kommen auch Gedanken hoch wie „ich kann das nicht“, „dafür bin ich nicht gut genug“. Entscheide selbst, ob du darauf hören willst. In den meisten Fällen ist es aber ziemlicher Bullshit das zu denken. Die Welt ist im Wandel und dein Glück darin ist abhängig davon, wie gut du dich an diese Veränderungen anpassen kannst. Also bleib flexibel.

Verwende keine Energie auf etwas, worauf du keinen Einfluss hast

Wenn du schon mal im Stau warst dann weißt du was ich meine. Du könntest dich aufregen, du kannst aber auch gelassen reagieren. Du hast darauf einfach keinen Einfluss. Lass dir also auch nicht die Energie dadurch nehmen. Konzentriere dich auf das was du wirklich beeinflussen kannst. Mir hilft dabei immer dieser Spruch:

“Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.”

Easy peasy.

Sei kein Arschkriecher

Kein Mensch mag Schleimer, kein Mensch mag es wenn man ihm nur nach dem Mund redet. Behalte dir deine Würde, sag Nein zu dem was dir nicht gefällt. Hab deinen eigenen Charakter und Willen. Die Menschen, die zu dir passen kommen dann von selbst in dein Leben.

Nimm kalkulierbare Risiken auf dich

Minimiere die Risiken in deinem Alltag und sei dir bewusst, welche Risiken du zu welchen „Preis“ auf dich nimmst. Analysiere das Risiko das du auf dich nehmen willst im Detail. Oft wirst du feststellen, dass es gar nicht so groß ist, dass du viel näher dran bist als du denkst. Wenn du beispielsweise schüchtern bist und es dir schwer fällt auf Menschen zuzugehen, überlege woran das liegt. Höchst wahrscheinlich hast du Angst zurückgewiesen zu werden. Zugleich ist der Preis, den du für diese Angst zahlst, und zwar keine Menschen kennenzulernen, größer als das Ergebnis, wenn du das Risiko eingehst auf neue Menschen zuzugehen. Versuche einfach mal 10-20 Menschen am Tag anzusprechen, unterhalte dich mit ihnen. Ja du wirst trotzdem von manchen abgewiesen werden, doch in vielen Fällen kann dabei ein schönes Gespräch, vielleicht sogar eine Freundschaft herauskommen. Das Risiko ist kleiner als du denkst und definitiv das Ergebnis wert.

Schließe Frieden mit deiner Vergangenheit

Anhand der Artikel, die in meinem Blog am liebsten gelesen werden (keine Sorge, ich weiß nicht wer das liest, es bleibt anonym) und auch an den Texten, die in anderen Blogs Erfolg haben, erkenne ich wie viele Menschen riesige Schwierigkeiten damit haben ihre Vergangenheit loszulassen. Die meisten von uns erleben irgendwann mal etwas, das sie sehr lange nicht loslässt. Sei es der Tod eines geliebten Menschen oder irgendein Misserfolg, es hängt einem deutlich länger nach als jede Minute, die man mit seinen Lieben in Gesundheit und Zufriedenheit erleben darf. Es gibt noch extremere Beispiele, aber das Prinzip ist das Selbe. Um heute und in Zukunft ein glückliches und zufriedenes Leben zu führen ist es notwendig mit den Stories und Filmen der Vergangenheit abzuschließen. So hart das auch sein mag. Erlaube dir, ein glückliches Leben zu führen und lass die grauen Tage hinter dir. Hier mal ein Artikel, der dir dabei weiterhelfen kann.

Wie du in 4 Schritten mit Vergangenheit abschließt.

Mach den selben Fehler nicht zwei Mal

Es ist absolut ok zu scheitern und Fehler zu machen. Du kannst daraus im Prinzip nur lernen. Dafür ist es jedoch nötig die Fehler die du gemacht hast zu analysieren und entsprechend diszipliniert zu sein dich daraus weiterzuentwickeln. Stelle dir dabei diese Fragen „Was ist schief gegangen? Was hätte ich besser machen können? Was mache ich das nächste mal anders?“. Sei dabei ehrlich mit dir selbst. Kein Ego. Was dir dabei hilft, ist dein übergeordnetes Ziel im Auge zu behalten. Finde Gründe warum du trotz Fehlern an diesem Ziel festhalten willst. Halte an diesem Ziel fest und bleibe entsprechend diszipliniert.

Sei nicht neidisch sondern kooperativ

Statt die anderen für die Butter auf ihrem Brot zu beneiden, kannst du auch einfach mit ihnen ins Gespräch kommen. Frag sie woher sie die Butter haben, was sie dafür getan haben damit diese cremige, zarte Butter auf ihr Brot kommen konnte. Eventuell findest du dadurch den Brot- und Butterkorb und teilst sogar mit ihnen. Ich denke, dass du verstanden hast was ich damit meine. Und ich denke, dass du gemerkt hast, dass ich etwas Hunger habe.

Meditiere und fühle dich wohl dabei alleine zu sein

Um sich selbst zu reflektieren, seinen eigenen Fokus zu setzen und sich inspirieren zu lassen bedarf es Zeit für sich selbst. In dieser Phase kann man auch wahrnehmen, was eigentlich gerade bei einem los ist, ob man Stress oder Ängste hat. Und es ist auch die Phase in  der man neue Lösungen finden kann. Meditation hilft dabei ungemein diese Phase zu intensivieren, noch viel tiefer an das eigene Innenleben zu kommen. Ich liebe diese Momente, wo ich ganz bei mir sein kann. Wenn es dich weiter interessiert, habe ich hier noch ein paar weitere Artikel zum Thema:

Die wichtigsten Grundlagen für deine Meditation.

12 Tipps für einen leichte Einstieg in die Meditation

Wie du mit Meditation dein Gehirn veränderst

Gebe mehr als du nimmst

Abgesehen davon, dass geben einfach glücklich macht hast du auch aus ganz eigennützigen Motiven etwas davon. Es gibt dir Bedeutung für dein eigenes Tun, du kannst stolz auf dich sein und das wiederum stärkt dein Selbstbewusstsein ungemein. Du schaffst etwas das bleibt.

Habe Geduld und erwarte keine sofortigen Ergebnisse

Veränderungen sind nie einfach. Akzeptiere einfach, dass es auch schwierige Phasen gibt, wenn du ein bestimmtes Ziel verfolgst. Nimm an, dass es dir nicht nur leicht gemacht wird. Setze dich aber auch nicht zu sehr unter Druck mit deinem Vorhaben. Und erwarte nicht, dass sich die Welt um 180 Grad dreht, wenn du dein Ziel erreicht hast. Gehe mit einer gewissen Gleichmütigkeit an dein Werk, sehe auch den Weg als erfahrenswert an.  Sei einfach geduldig mit dir selbst.

 

Ich finde es ist eine ziemlich gute Sammlung an Gedanken, die mich selbst auch schon sehr sehr oft wieder aufgemuntert haben, wenn ich mal nicht weiter wusste. Also ab auf’s Butterbrotpapier damit und auf zur nächsten Schandtat!

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