Einen Blog über Meditation, Achtsamkeit und Minimalismus zu schreiben kommt mir sehr entgegen, denn ich bin eigentlich eher der extreme Typ: ich kann über Wochen nichts anderes tun als zu arbeiten, um dann in ein Wachkoma zu fallen. Ich verliere mich dann in Details statt auf dem klaren Weg zu bleiben, spüre den Stress am ganzen Körper und fixiere mich auf Unnötiges. Total platt und nervös verbringe ich dann Stunden in der Badewanne oder im Wald, um mich zu regenerieren. Dabei verliere aber auch oft die Motivation am Ball zu bleiben. Eine gute Idee, in die ich viel Zeit und Energie investiert hatte, geht viel zu schnell in Schall und Rauch über.

Seit geraumer Zeit hilft mir meine Morgenroutine und das Üben in Achtsamkeit. Durch diese Praxis habe ich gelernt nicht mehr in Sprints zu denken, sondern mich auf geistige Marathonläufe vorzubereiten. Ich hätte es zuvor selbst nicht geglaubt, aber ich bin insgesamt produktiver und kreativer geworden. Zudem habe ich einen viel längeren Atem für meine Projekte entwickelt. Und ich kann vor allem meine eigenen (oft negativen) Emotionen lenken.

Hier ein Beispiel: Beim Aufbau dieses Blogs kamen mir jede Menge Zweifel in die Quere. Von „mache ich das alles richtig?“, über „interessiert das denn?“ zu „wie wirkt das auf andere?“. Muster, die ich in so vielen Lebensbereichen bereits abgelegt hatte, kamen bei dieser neuen Aufgabe wieder zurück. Das Grundgefühl kennt wohl jeder, es ist Unsicherheit. Und genau aus dieser Unsicherheit galt es herauszukommen, einmal wieder. Von rechtlichen Aspekten des Datenschutzes (heiliger Luzifer was wollen die denn mit dieser DSGVO?) über mein eigenes Ego und der Frage wieviel ich von mir preisgeben will, hin zu der klaren Vision wohin es mit diesem Blog geht. All diese Themen beschäftigten mich sehr. Und, ja auch die Frage ob das was ich schreibe gut ankommt bei meinen Lesern. Statt mich mit Vollgas in etwas Dummes zu verrennen, half mir gerade die Entschleunigung durch Meditation und Achtsamkeit.  Ich lernte dadurch Unsicherheit einfach anzunehmen und meinen Fokus trotz ihrer Existenz auf Wesentliches zu lenken. Statt mich von Angst paralysieren zu lassen konnte ich mit Leichtigkeit weitermachen.

Ich gehe die Dinge nun langsamer an als zuvor und mit mehr Bedacht, vertraue meinem Bauchgefühl immer mehr. Dadurch erreiche ich wirkliche Veränderungen an mir und (hoffentlich auch) anderen Menschen, arbeite viel nachhaltiger und mit mehr Freude und Zufriedenheit. Ein Teil von mir bleibt wohl weiterhin der Typ Mensch, der mit Karacho durch die Wand und dann noch auf den Mond will. Seit geraumer sitzt da aber auch ein Buddah auf meiner Schulter, der mir ganz andere Sachen sagt, als ich sie aus der Leistungswelt kenne. Ich mag diesen Buddah echt gerne, er erlaubt mir Pausen zu machen und auf mich selbst zu achten. Wegen ihm habe ich aufgehört mich ständig zu bewerten oder in negative Gedankenmuster zu fallen. Buddah ist cool wie meine früheren Studienkolleg(inn)en, die mich auf eine Kaffepause mitnahmen, wenn ich mal wieder vor dem PC saß und vor lauter Lernstress gar nichts mehr kapierte. Ab und an führen wir auch richtig lange Diskussionen darüber, was gut für mich ist oder machen einfach Witze. Buddah nimmt den Druck von mir und stärkt mich zugleich. Er ist ein richtig guter Freund.

Frage Dich selbst in welchen Lebensbereichen Du Dich unter unnötigen Druck setzt. Welche Einstellungen lähmen Dich mehr, als dass sie Dich weiter bringen? Wo könntest Du einen Buddah oder auch guten Freund brauchen, der Dich aufmuntert? Genau diese Themen sind es, die Du in Deiner Meditationspraxis angehen kannst. Du kannst lernen Dich auch in diesen Unsicherheiten zu entspannen, achtsam mit Deiner Energie umzugehen und einen klaren Kopf zu bewahren.

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