Warum digitales Detox immer wichtiger wird

Weil immer mehr Menschen lange Zeiten vor Bildschirmen verbringen

Über 2,5 Milliarden Smartphone-Nutzer gibt es derzeit und diese Zahl wird in den kommenden fünf Jahren auf über 3 Milliarden steigen. Je nachdem welcher Umfrage man vertraut, verbringen wir im Schnitt zwischen 4 und 8 Stunden am Tag vor Bildschirmen. Und gerade weil wir so viel Zeit vor den Bildschirmen verbringen, sollten wir uns auch Ruhepausen davon gönnen, digitales Detox. Fakt ist, dass diese Geräte einen enormen Einfluss auf einen sehr großen Teil der Menschheit haben und dessen Tendenz weiter steigt. Ich habe mich selbst mit meinem Smartphone getrackt : es kommt locker hin, wahrscheinlich ist es sogar mehr Zeit, die ich entweder vor dem Smartphone und meinem PC verbringe. Was mir vor 10 Jahren noch absurd erschien ist heute absolute Normalität. 

Weil dein Umfeld bestimmt wer du bist

Im Englischen gibt es den Begriff „propinquity“. Dieser besagt, dass jene Dinge und Menschen, die in unserer unmittelbaren physischen und psychischen Nähe liegen am meisten Einfluss auf uns haben. Vielleicht kennst du den Satz „Du bist die Summe der 5 Menschen, mit denen du am meisten Zeit verbringst“. Dieser lässt sich eben auch auf Gegenstände anwenden. Wir tragen unser Smartphone fast immer bei uns. Je nachdem welche Apps wir nutzen, sind wir davon vielleicht sogar auch fremdgesteuert. Es ist noch nicht in uns eingepflanzt, aber definitiv Teil unserer Identität geworden. 

Weil wir verlernen ohne Medien glücklich zu sein

Statt in einer Wartesituation wie im Aufzug, beim Arzt oder im Zug zu entspannen, glotzen wir auf unsere Geräte. Statt Langeweile zu akzeptieren versuchen wir unseren Geist beschäftigt zu halten. Dabei können gerade diese Phasen der Ruhe und Langeweile enorm kreativitätsschöpfend sein. Statt alleine zu sein zu genießen, hängen wir bei irgendeinem Nonsense in Social Media herum. Ich selbst frage mich, wie das in den nächsten Jahren weiter gehen wird. Wir werden immer weiter in die digitale Welt hineingezogen, mit allen Sinnen. Sei es über Podcasts, Apps, Videos oder so viele Technologien die wir noch nicht genau kennen, aber unsere Zukunft bereits heute formen. Umso wichtiger ist es gerade in dieser Digitalisierung eigene Kompetenzen zu entwickeln, bewusst damit umzugehen. Denn auch wenn es schön sein kann, sich mit der Welt verbunden zu fühlen, birgt es eben auch ein hohes Stresspotential und Zerstreuung.

 

So setzt du digitalen Detox für dich um

Die wenigsten von uns wollen wohl zurück in die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts, daher gilt es andere Methoden für  regelmässiges digitales Detox zu finden:

Gehe in die Natur

Meine Lieblingstheorie dazu nennt sich die Attention Restoration Theory. Die besagt nämlich das Gleiche, wie meine Oma mir schon als kleiner Knirps mit auf den Weg gegeben hat: „Kind geh in den Wald und atme ein und aus, dann kannst du dich wieder besser konzentrieren.“ Sich regelmäßig weg vom Bildschirm und in die Natur zu begeben ist so wichtig.Von Oma kann man also noch was über digitales Detox lernen.

Hinterfrage dein Verhalten und deine Emotionen

 Frage dich bei der Nutzung von sozialen Medien, Games oder sonstigem warum du tust was du tust. Welches Gefühl löst es bei dir aus? Ist dir langweilig, bis du einsam oder vielleicht auch ängstlich? Frage dich, ob du etwas kompensierst, was dir in der echten Welt fehlt. Sei dir selbst bewusst, denn nur dann hast du die Wahl mit diesen Medien aktiv umzugehen, statt nur auf sie zu reagieren.

Setze dir eigene Grundregeln

Räume dir bildschirmfreie Zeiten am Tag ein. Die erste Stunde des Tages sollte dir gehören und nicht deinem Handy oder PC. Auch die letzte Stunde solltest du nicht vor dem Bildschirm verbringen.  Denn sonst spielst du durch die Helligkeit deinem Gehirn vor, dass es Tag ist und deine Schlafqualität verschlechtert sich. Setze dein Smartphone für mehrere Stunden am Wochenende auf Autopilot. Nutze nur deine Kamera um schöne Dinge die du siehst festzuhalten. Je weniger Zeit du an deinem Gerät verbringst, desto mehr kannst du von dieser wunderschönen Welt wahrnehmen. Auch das bedeutet Achtsamkeit.

Setze dir Ziele

 Statt eine Folge Gossip Girl nach der anderen zu bingen oder stundenlang Fifa zu zocken, stellst du dir einen Wecker ans andere Ende deines Zimmers. Wenn du beispielsweise 2 Folgen angeschaut oder eine Stunde gespielt hast, musst du aufstehen, dich mobilisieren. Setze dir einen zeitlichen Rahmen. Dadurch gibst du dir selbst ein Signal achtsam zu sein. Setze dir auch sportliche Ziele oder die Priorität aktiv und bewusst Zeit mit deinen Freunden und deiner Familie zu verbringen.

Mache kleine Schritte 

Gewohnheiten, die man über Jahre pflegt, lassen sich nicht von einem Tag auf den nächsten abschütteln. Genauso wie bei einer Diät oder dem Wunsch mit dem Rauchen aufzuhören, sollte man auch beim digitalen Detox kleine Schritte machen. Beginne bei einer App oder einem Medium. Reduziere deine Zeit langsam. Tracke dabei wie lange du am Tag online warst und freue dich abends, wenn du dein Tagesziel erreicht hast.

Meditiere 

Nutze die frei gewordene Zeit, um dich mit dir selbst zu beschäftigen. Am besten gelingt das über Meditation oder ein Hobby. Mache dich frei von äußeren Abhängigkeiten und du wirst merken wie viel mehr Kontrolle du über dein eigenes Leben hast, wie schön das sein kann.

 

Was das mit Steve Jobs zu tun hat

Steve Jobs erlaubte seinen Kindern übrigens selbst nicht seine eigenen Produkte zu nutzen. Ihm war klar welche Auswirkungen solche Geräte auf die Fantasie und das Sozialleben haben können. Und auch wenn du kein Heranwachsender mehr bist, hat dein digitaler Konsum ebenfalls enorme Auswirkungen auf deine Lebensqualität. Sei also auch du Macher statt Konsument. Geh bewusst und achtsam an die Nutzung deines Smartphones und PCs heran und spiegle diese Werte auch deinem Umfeld. Denn gerade dann, wenn die digitale Welt dich nicht vollkommen einnimmt, kann sie sehr bereichernd sein.

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