Entrümple dein Leben und wachse an dir

Wenn wir anfangen in unserem Leben aufzuräumen, rührt das meist aus einem Bedürfnis nach Ruhe, Raum und Entspannung  her. Und manchmal führt genau das zu einem achtsameren und schönerem Leben.

Und wenn wir mit dem innerlichen Aufräumen beginnen, dann passiert etwas sehr Magisches: wir lernen mehr über uns selbst.

Und wenn wir dranbleiben, dann kann das zu einem Ort tiefen Wachstums führen. Ich habe das schon sehr oft in meinem Leben gesehen und erfahren.

Aufräumen führt dazu, dass wir ganz besondere Beziehungen zu unseren Dingen entwickeln und zu der Welt um uns herum:

– Wir erkennen, dass unsere Unordnung sehr viel mit unserer Prokrastination und Meidungsmustern zu tun hat. Wir sind fähig diese Unordnung zu beseitigen, indem wir unsere Verhaltensmuster ändern.

– Wir erkennen, dass wir Materiellem sehr viel Macht geben: diese Macht gibt uns Identität, einen Sinn nach Wert, einen Sinn darüber, wer wir sind. Diese Macht gibt uns Sicherheit, Hoffnung für die Zukunft, Erinnerungen, Liebe und Komfort.

– Aber dann erkennen wir, dass diese Macht jederzeit auch aus uns selbst herauskommt und nicht von außen gegeben ist. Es bedarf Arbeit damit zu experimentieren ohne sich allzu viele Gedanken zu machen. 

– Wir erkennen, wie abhängig wir von Dingen sind und wie wir dies loslassen können. Dies bedarf sehr viel Achtsamkeit und der Erkenntnis, dass das Glück in uns steckt und nicht in Dingen. Das Loslassen von Materiellem ist dann eine einfache Übung dieser Erkenntnis ist.

  Wir fangen dann damit an auf das zu achten was wirklich wichtig für uns ist. Auch das wird sich während des Prozesses verändern. Wir stellen uns dann die Frage was wirklich wichtig ist, wie wir weiterhin achtsam leben können und beginnen nach diesen Werten zu leben. Wir entwickeln unser Verständnis für wahren Wert weiter. Dieses verändert sich und wir kommen ins Handeln.

– Wir beginnen mit der Scham, die sich aus der Unordnung ergibt auseinanderzusetzen, aus unserer Prokrastination und aus den Jahren unachtsamen Konsums. Dieser Schmerz steht uns im Weg, aber er kann uns auch darauf aufmerksam machen, welchen Mustern wir bisher folgten. Dann können wir damit beginnen diese zu beseitigen.  Letztendlich ist es eine der bewegendsten Veränderungen diese Scham und den Schmerz gehen zu lassen und zugleich der Realität ins Auge zu blicken.

Dies sind einige Themen, die wir erfahren, wenn wir innerlich aufräumen, aber es gibt noch viele weitere Möglichkeiten. Und ich denke, dass du deine eigenen Erkenntnisse finden wirst, an denen du wächst und die dir ganz eigen sind.  Lass uns nur über einige davon sprechen:

Die Macht, die wir Materiellem geben ist eigentlich in uns selbst.

Während wir aufräumen stellen wir uns zugleich sehr oft die überwältigende Frage woher wir eigentlich dieses ganze Zeug haben und warum wir daran noch so vehement festhalten.

Und dabei erkennen wir wieviel Macht diese Dinge über uns haben. Stell dir mal vor was passieren würde, wenn du erkennen würdest, dass diese Macht nicht im äußeren, sondern in uns ist. 

Hier mal ein paar Argumente dazu: 

1. Sicherheit: Menschen fühlen sich sicher, wenn sie mehr besitzen. Wenn irgendwas total schief geht, dann haben wir ja immernoch unsere ganzen Dinge, oder? Ein wenig wie in den goldenen Zwanzigern. Verstehe mich nicht falsch, ich bin total dafür einen Notgroschen als Sicherheit zu haben und Vermögen ist der beste Weg sich abzusichern. Aber die Sicherheit liegt vor allem in dir selbst: man kann Angst gegenüber achtsam sein, darüber meditieren und auch darauf reagieren, neue Dinge lernen und damit in vielen Situationen gut (über)leben. Und so kann man auch seine Finanzen schlank halten, sich nicht mit Rechnungen überschütten und am Ende so viel Vertrauen aufbauen, dass alles einfach so oder so gut sein wird. 

2. Bestätigung: Viele von uns kaufen Dinge um andere zu beeindrucken und das geben wir selten vor uns selbst zu. Letztendlich suchen wir dadurch nach Bestätigung durch andere. Vielleicht kaufst du dir ein schönes Auto, oder ein Haus mit schicken Möbeln, vielleicht ist ein ein old-school Schallplattenspieler oder ein super flinkes Bike, vielleicht ist es ein riesen Fernseher oder du frönst dem Minimalismus mehr als er selbst. Letztendlich suchst du dadurch im außen nach Bestätigung. Aber was wenn wir uns einfach nur selbst bestätigen? Einfacher gesagt als getan, oder? Aber die Macht liegt in uns selbst, wenn wir aufhören im Außen nach Bestätigung zu suchen. Entrümpele auch, um auf dich selbst zu achten, für dein persönliches Wachstum und nicht um von anderen Bestätigung zu bekommen. Mach tolle Sachen für dich selbst und fang an dich selbst so zu lieben wie du bist. 

3. Komfort: Die Handlung an sich etwas zu kaufen, beispielsweise ein Auto, kann sehr entspannend sein, wenn wir gestresst sind. Aber oft kaufen wir Materielles, um uns selbst in die Komfortzone zu begeben: noch eine weichere Matratze, noch ein süsser Abstelltisch und passendes Küchenzubehör. Es ist nichts falsch an diesen Dingen, aber auch nicht nützlich, wenn wir diesem Dingen dadurch Macht über uns geben. Was passiert, wenn wir all diese Dinge loslassen oder sie uns genommen werden? Vielleicht verstehen wir dann, dass die Macht des Komforts ebenfalls in uns selbst liegt: indem wir meditieren, einen Spaziergang in der Natur machen, gut zu uns selbst sind, eine Pause machen, etwas tolles erschaffen und Spass an etwas finden, indem wir andere lieben und das Leben genießen.

4. Identität und Wert: Besitz kann uns oft auch Identität und Wert stiften. Eine Trophäe gibt uns das Gefühl etwas erreicht zu haben, ein tolles Skiset oder Surfbrett lässt uns abenteuerlich wirken, viele Bücher bringen uns in ein smartes oder intellektuelles Licht. Aber die Wahrheit ist, dass das WIE wir uns fühlen nicht durch all diese Dinge kommt, sondern ein interner Prozess ist, es kommt alles aus uns selbst heraus. Willst du dich großartig fühlen? Dann wertschätze all das was schon in dir steckt. Zeige es dir selbst täglich, in dem du 20 Minuten meditierst und 100 Sonnengrüße machst ;). Selbst wenn du dabei nur deinen Geist beobachtest, kannst du dabei ein Gespür für dein eigenes Vermögen bekommen.

5. Erinnerungen und Liebe: Wir können nicht es nicht ausstehen, Dinge loszuwerden mit denen wir schöne Erinnerungen verknüpfen, und die Liebe die dahinter steckt von den Menschen, die sie uns geschenkt haben. Aber diese Erinnerungen sind keine Dinge. Sie sind in unseren Köpfen und ein einfaches digitales Foto kann uns an diese Erinnerungen aufmerksam machen. Insbesondere dann, wenn uns selbst daran erinnern, indem wir durch dieses Photoalbum scrollen. Und die Liebe für diese Menschen steckt ebenfalls nicht in den Dingen, sondern in unserem Herz. Wir brauchen einfach nur die Liebe aus uns selbst heraus zu spüren und nicht durch materielle Dinge, die uns das sowieso nicht geben können.

6. Hoffnung und das Streben nach mehr: Manche von uns haben Sportgeräte, die sie nie benutzen und nur behalten, weil sie sie „irgendwann“ in der Zukunft nutzen wollen. Wie behalten 100 Bücher, weil wir sie in der Zukunft lesen wollen. Wir halten dutzende Dinge in unserem Leben, die Hoffnung und Glück versprechen (meine sind beispielsweise Outdoorzeug, Bücher, mein Schachbrett und bis vor kurzem meine Gitarre). Aber was wäre, wenn wir erkennen würden, dass wir all das nicht brauchen, um nach mehr zu streben und die Hoffnung in unser zukünftiges Selbst zu behalten? Es steckt auch so alles in uns, genau jetzt, ohne die Notwendigkeit noch etwas von oben genanntem tun zu müssen. Wir sind genau so richtig, in diesem Moment und klar können wir uns auch sicher sein, dass wir etwas davon später noch machen können, ohne es zu müssen. Wir können davon loslassen. Sei einfach zufrieden mit dem Jetzt. Lass die unbeschreiblichen Möglichkeiten für deine Zukunft doch einfach offen.

7. Glück: Letztendlich sollen die Dinge, die uns gegeben sind Glück in unser Leben bringen. Ein neuer Smoothie-Mixer macht uns gesund und fit, ein neues Outfit lässt uns attraktiv und selbstbewusst wirken, mit einer neue Tasche fühlen wir uns cooler, ein neues Buch gibt uns Freude und Erkenntnis. All diese Dinge können wahr sein. Aber das Glück kommt nicht von diesen Dingen, sondern aus der Verbindung zu ihnen, weil wir unser Herz dafür öffnen. 

Es steckt eine große Kraft dahinter zu verstehen, was wir denken, dass Dinge in uns auslösen. Und es steckt noch eine größere Kraft dahinter zu erkennen, dass wir all das auch aus uns selbst heraus generieren können, ganz ohne Materielles. 

Mit diesem Wissen können wir uns von allem lösen was uns diesen wahren Nutzen nicht gibt. 

Das Leben in Ausrichtung dessen leben was für deine Intention wichtig ist.

Eines der magischen Dinge des Ausmistens ist, dass es dich dazu zwingt dir folgende wundervolle Frage zu stellen:

Was ist wichtig für mich in meinem Leben?

Wenn Du dich mit einem Stapel Kleidung, einer überladenen Arbeitsplatte und einem mit Büchern überfüllten Regal beschäftigst, musst du dich auch mit dieser Frage beschäftigen.

Wenn du etwas wegwerfen willst, solltest du auch darüber nachdenken, was wesentlich für dich ist und was nicht. 

Einfachheit bedeutet, das Wesentliche zu erkennen und den Rest loszulassen.

Wenn Du mit dem Entrümpeln beginnst, weißt Du möglicherweise nicht wirklich, worauf es ankommt. Du schaust dir einige Klamotten an und merkst, dass du seit ein paar Jahren nichts getragen haben. Wahrscheinlich sind sie nicht so wichtig, oder?

Wenn Du jedoch die erste oder die zweite Ebene reduzierst, trittst du gegen eine härtere Schicht. Soll ich denn davon etwas behalten oder nicht? Ist es mir wirklich wichtig? Was ist mir in meinem Leben wichtig? Was für ein Leben möchte ich leben? Was schätze ich wirklich?

Für mich hat sich das auf einige wichtige Dinge reduziert. Was ich am meisten schätze:

1. Sinnvolle Arbeit: Menschen helfen, sich in die Ungewissheit ihrer Missionen und ihrer eigenen sinnvollen Arbeit zu begeben und ihre gewohnheitsmäßigen Muster zu verschieben. Das ist mir wichtig.

2. Lieben: meine Freunde, meine Mutter und mein Bruder und andere wichtige Familienmitglieder, die ich sehr lieb habe. Zeit mit ihnen verbringen.

3. Ein bewusstes, gesundes Leben in Mitgefühl führen. Dies bedeutet, leckeres gesundes Essen zu essen, aktiv zu sein, zu meditieren und tolle Dinge zu erschaffen. Es bedeutet so viel Mitgefühl zu haben, wie ich kann. Es bedeutet zu wachsen, mich zu entwickeln, zu lieben.

Das ist alles, was mir wichtig ist. Ich reise gerne, aber es ist nicht mehr eine meiner obersten Prioritäten, es sei denn, es dient einer der oben genannten Prioritäten. Ich lese gerne, aber wenn es nicht für etwas dient, ist es ein wenig im Hintergrund (ich liebe es immer noch!). Ich liebe gute Filme, Bücher, Musik, Kunst. Ich halte es für wichtig, die Probleme zu verstehen, die uns alle betreffen, wie Politik und Umwelt, Rassismus, Sexismus und dergleichen. Aber für mich habe ich meine Prioritäten zu den oben genannten Punkten entwickelt. Kurz gesagt, meine größte Priorität ist die Liebe.

Aber das sind nur meine Antworten. Du wirst deine finden, wenn du einfach weitermachst. 

Wenn Du anfängst, das herauszufinden, passiert etwas Großartiges: Du beginnst, in Übereinstimmung mit diesen Prioritäten zu leben. Du beginnst, Deine Werte zu leben. Du beginnst bewusst zu leben.

Wenn Du anfängst, Deine Prioritäten aufzudecken, kannst du alles loslassen, was diesen Prioritäten nicht entspricht. Das Durcheinander wird klarer, und es fällt leichter, diese loszulassen.

Du kannst deine Tage mit einer Intention beginnen. Wem wirst du dienen? Welche Prioritäten wirst du vor dir haben? Wie wirst du dich zeigen? Wie sehr kannst du lieben?

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