Wie du ohne Aufwand zur Lösung kommst

Ist dir das schonmal passiert? Du suchst nach einer Lösung oder du hast etwas verloren. Du setzt deine ganze mentale Energie ein, um sie bzw. es zu finden. Und doch gelingt es dir just in diesem Moment nicht. Je mehr du dich hineinsteigertet, desto weniger kommst du deinem Ziel näher. Oder: du arbeitest hart, du steckst viel Zeit und Energie in etwas, sei es ein Kundentermin, eine Präsentation oder ein Text. Und doch bist du dabei absolut unkreativ. Dir fehlen jegliche Ideen dein Thema so gestalten, dass es dem gegenüber in Erinnerung bleiben wird. 

Wir geben uns so viel Mühe und doch werden wir nicht belohnt…. Woran liegt das? Die Antwort ist relativ simpel: wir versuchen unseren Geist zu sehr unter Kontrolle zu halten. Wir fixieren uns auf ein bestimmtes Schema, etwas soll bitte so und so sein. Durch diese Anspannung und diesen Tunnelblick verlieren wir jegliche andere Möglichkeit etwas zu gestalten außer Acht. Es entsteht etwas paradoxes: wir wollen, und wir können auch, aber je mehr wir uns anstrengen, desto weiter entfernen wir uns vom Ziel.

Ist dir das schonmal passiert? Du hast ewig nach einer Lösung gesucht, du hattest lange Zeit ein Problem, das du nicht beheben konntest? Und nun, wo du gar nicht mehr daran denkst, in einer ganz entspannten Situation, kommt dir – wie aus dem Nichts – die passende Antwort. Oder, ganz banal, du suchst und suchst nach deinem Schlüssel, du bist in Hektik, du findest ihn nicht. Tage später, du hast bereits einen Ersatzschlüssel, findest du ihn in einer entspannten Situation, 5cm weiter links von dem gewöhnlichen Ort. Oder wem sind nicht schonmal die besten Gedanken unter der Dusche gekommen? In einem Zustand der Entspannung und Loslösung?

Es gibt unzählige dieser Beispiele, in denen wir durch Loslassen von einem bestimmten Konzept oder dem Bedürfnis die Situation kontrollieren zu wollen, viel näher an dessen Lösung kommen. Ich persönlich kann beispielsweise die besten neuen Ideen für meine Texte, wenn ich nicht unter Druck bin.  

Ich lebe in einem Umfeld der Ingenieure und IT-ler. Es gibt Ausnahmen, die die Regel bestätigen, aber im Großen und Ganzen kommen diese Menschen und ich uns oft in unserer Denkweise in die Quere. Ein typischer Ingenieur ist durchaus geistig-flexibel, aber jene, die ich kennenlernen durfte, denken vor allem in Schritt-für-Schritt-Prozessen. In vielen Themen kann dies enorm hilfreich sein, wenn man sich von 0815-Wegen leiten lassen will. Eines ist jedoch definitiv nicht ihre Stärke: Innovation. „Das haben wir schon immer so gemacht“ ist beispielsweise ein Satz, den ich schon oft von ihnen gehört habe. Wenn es jedoch darum geht, die Welt in seinem Wandel voranzubringen oder neue Ansätze für etwas zu finden, wird dieses Denken zum Hindernis. Für mich ist es ein Zeichen eines unnötigen Kontrollbedürfnisses.

Natürlich bedarf es auch eine Phase der Anspannung, beispielsweise dann, wenn wir eine konkrete Idee in die Tat umsetzen wollen, von A nach B fahren oder etwas nach Schema F klären. Nun werden wir in Zukunft aber immer mehr auf diese kreativen Tätigkeiten angewiesen sein. Immer mehr Standardaufgaben werden sich nur bestimmte Systeme automatisieren lassen. Menschen erwarten Lösungen, die genau zu ihnen passen und sie erwarten, dass wir dabei auf sie eingehen. All dies funktioniert nicht in einer Anspannungs-, Kontroll- oder Drucksituation. Sondern es funktioniert dann, wenn wir losgelassen haben, wenn unsere spielerischer Geist Oberhand gewinnen durfte. Genau dann, wenn wir uns nicht angestrengt auf eine Sache konzentrieren. 

Nun rate mal, wie du aus meiner Sicht also kreativer und innovativer werden kannst? Ja richtig, haha. Durch Yoga und Meditation, dadurch dass du dich entspannst, dein Kontrollbedürfnis loslässt und locker machst. Genau dann, wenn es dir nicht um ein konkretes Ergebnis geht, sondern um das Spüren des Moments an sich kommst du näher an dich selbst und deine „guten“ Gedanken heran. Zudem hilft es dir einen mentalen Filter und Beobachtunsgmodus einzusetzen. Du folgst nicht mehr (fremdgesteuerten) Gedanken, sondern nimmst wahr was du denkst, beobachtest und triffst dann Entscheidungen aus der Metaperspektive. Du erlaubst deinem Geist herum zu spinnen, die verquersten Ideen zu haben, dumme, neue, alte, mögliche und unmögliche. Und doch identifizierst du dich dabei nicht mit deinen Gedanken. Und genau durch diese Mischung aus Gedankenleerlauf, Beobachterperspektive und Filterung schaffst du es neue, fie Situation passende Ideen zu kreieren. 

Wenn du nun also mal wieder vor einer Situation stehst, deren Lösung dir einfach nicht in den Sinn kommt, dann tue folgendes:

Im akuten Moment:

  • Atme tief ein und aus, lächle dabei.
  • Löse dich von der Situation, gehe wo anders hin, verändere eine Kleinigkeit, mach eine Pause
  • Sage dir etwas wie: „ich kann, aber ich muss nicht“. Nimm die Hektik aus dem Geschehen.
  • Kehre dann achtsam wieder zurück zu deiner Aufgabe.

Auf Dauer:

  • Meditiere regelmässig, morgens und abends.
  • Lerne dich aktiv zu entspannen und dabei deinen Geist zu leeren. Beispielsweise durch Yoga. Oder schreibe deine Gedanken auf, bis du keine mehr hast.
  • Nimm dir vor dich regelmäßig in neue Situationen zu begeben, ein Buch zu lesen oder auf anderem Weg deinen Geist mit neuen Gedanken zu füllen
  • Ich kann es nicht oft genug sagen: lerne meditieren.

Es ist ein ganz anderer Weg als jener, der uns von jetzigen Bildungssystem beigebracht wird. Wir werden darauf getrimmt auswendig zu lernen, unter Druck schnelle Leistung zu erbringen und bitte bitte ganz vielen Regeln zu befolgen.  Und nun sage ich, dass du weiter kommst, wenn du genau das Gegenteil tust, langsam machst und nicht perfekt bist. Absurd oder? Dazu gehört auch eine Portion Mut und Selbstvertrauen, ich weiß. Aber du kannst es ja einfach mal versuchen. Nimm dir einen (geistigen) Raum in deinem Alltag, in welchem du nicht so funktionieren musst, wie es erwartet wird. Und nimm dich dabei an, ohne dich mit etwas identifizieren zu wollen. Mach einfach mal den größten Quatsch, rede Blödsinn und zieh deine Alltagsroutine von hinten auf. Und vor allem: entspanne dich dabei. Je mehr du dich dabei zuvor in Meditation geübt hast, desto mehr kreative Ideen und Lösungen zu bestehenden und neuen Konzepten werden dir kommen und umso präsenter bist du auch im gegenwärtigen Moment.

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