Was typisch Deutsch ist für Menschen aus anderen Ländern

Wenn ich Menschen aus anderen Ländern frage was typisch Deutsch für sie ist, dann kommen oft Worte zurück wie rational, strukturiert und dass wir absolute Arbeitstiere sind. Mit Begriffen wie Wärme oder Herzlichkeit werden wir nicht unbedingt assoziiert. Wir sind ehrlich und direkt, mit uns braucht man keine falschen Spiele spielen. Auf Vereinbarungen, selbst wenn man diese nur mündlich schließt, ist Verlass. Auf diese Weise kann ich Stolz für „mein“ Land empfinden, selbst dann, wenn mich Fußball mal wieder so überhaupt nicht tangiert. Man findet uns überall auf der Welt, sogar in einem kleinen Dorf in Timbuktu. Wir haben einen riesigen politischen Einfluss auf Europas Entwicklung, viele unserer Nachbarn bewundern das. Unsere Sprache klingt anscheinend furchtbar, aber dafür schmeckt die Wurst. 

Wir Deutsche wirken oft kalt

Was ich auch in vielen Gesprächen erlebt habe ist, dass man sich hier zwar Willkommen fühlt, aber die Herzlichkeit und Wärme fehlt. Wir sind viel distanzierter, Körperkontakt geht in den meisten Fällen nicht über einen Handschlag hinaus. Für den ein oder anderen mag das was ich nun schreibe sehr abstrus klingen: aber warum  begrüßen wir nicht auch entfernte Bekannte schon mit einer dicken Umarmung? Es passt nicht in unsere Gewohnheiten und unsere Kultur. Wir reden auch nicht über Emotionen, sondern eher über Fakten („Der oder die hat das und das getan,“ aber nicht „so und so ging es mir damit.“). Unsere Ratio steht an erster Stelle, dann kommt lange gar nichts und irgendwo ganz hinter dem Sofa von Tante Erna findet sich dann doch mal eine Emotion. Wir tragen unser Herz definitiv nicht auf der Zunge und wenn wir mal emotional offener sind, auch durch unsere Körpersprache, dann nur mit den engsten Vertrauten.

Warum ich mir anmaße sowas zu schreiben

Ich komme aus einer gehörlosen Familie und bin mit Zeichen- und Körpersprache, einer anderen Kultur aufgewachsen. Emotionen gehören bei uns zu jeder Konversation dazu, ein großer Teil dessen was wir ausdrücken geschieht über Mimik und Gestik. Für mich ist es also absolut normal, auch über meinen Körper kommunizieren. Es fehlt mir sogar richtig, wenn ich es nicht kann. Selbst wenn ich mich genauso als klassische Deutsche sehe, vor allem wenn ich in neuen Umgebungen bin, fällt mir auf wie steif und kühl wir auf andere Kulturen wirken.

Wie wir mehr Wärme in unseren Alltag bringen

Keine Sorge, das soll kein Aufruf zu einer weiteren Free Hugs Kampagne werden, ich will auch keine Werbung für einen Kurs zum Baum umarmen machen. Aber gerade in Zeiten, in denen emotionale Kälte auf politischer Ebene ein großes Thema ist, wäre es doch spannend zu erfahren wie wir dieser aus uns selbst heraus entgegen wirken können. Wie bekommen wir mehr Wärme und Lockerheit in unseren Alltag und bleiben dabei in Harmonie mit unseren eigenen Werten? Hier ein paar Gedanken dazu:

Lächle, ganz einfach so

Setze ein dickes Grinsen auf dein Gesicht, auch wenn du überhaupt keinen Grund dazu hast. Du wirst relativ schnell merken, wie es dich selbst amüsieren kann und vielleicht steckst du damit sogar jemanden in deiner Nähe an. Sei aber vorsichtig, denn du könntest im Extremfall sogar in Lachen ausbrechen und der Stock in deinem Allerwertesten würde verschwinden. Versuche mal für eine Stunde zu lächeln, egal wie es dir sonst so geht und beobachte dich dabei selbst. Spürst du einen Unterschied an dir? Merkst du wie sich deine Stimmung verändert? Vielleicht setzt du dir dazu sogar eine tägliche Erinnerung auf deinem Smartphone, um es jeden Tag auf’s Neue zu tun.

Gehe in die Dankbarkeit

 Sage dir selbst, oder schreibe sogar auf, für welche drei Dinge du an diesem Tag dankbar bist. Das kann alles mögliche sein, total banal wie die Sonnenstrahlen, die durch dein Fenster scheinen oder super tiefgründig wie der Spruch auf deinem Teebeutel. Sei einfach jeden Tag dankbar und mache dir im Detail bewusst wofür du es jederzeit sein kannst.

Lehne jeden Streit ab

Sag einfach Nein dazu. Geh gar nicht erst darauf ein. Bleibe dabei freundlich und ruhig, aber begib dich nicht in eine Streitsituation. Und damit basta.

Meditiere

Oft wirken wir nicht aus Bosheit unterkühlt auf andere, sondern aufgrund eines (falschen) Schutzmechanismus in uns. Wenn wir im Stress sind legen wir Scheuklappen auf und schalten auf Durchzug. Meditation hilft Dir zu entstressen und trotz eines vollen Terminkalenders den Augenblick zu genießen. Damit du mit Freude und Wärme auf andere zuzugehen kannst. Dazu habe vor einigen Tagen einen Kurs auf meinem Blog veröffentlicht. Wenn du mehr erfahren willst, dann klicke hier hin.

Begegne Menschen

Bleibe in Augenkontakt zu anderen. Versuche dich vielleicht sogar mal in folgenden Übungen: Gehe spazieren oder in die Stadt und versuche mit so vielen Menschen in Blickkontakt zu kommen wie möglich. Oder suche dir einen Menschen aus (ob du sie oder ihn kennst ist egal) und schaue dieser Person mit einem Lächeln für drei Minuten in die Augen. Wünsche der Person in Gedanken dabei nur Gutes. Auch diese Übung kann eine sehr herzwärmende Erfahrung sein.

Was das bringt fragst du?

Mache das nicht weil man es dir aufschwatzt, sondern für dich. Du wirst nach einer Weile selbst merken wie gut es tut sich immer wieder auf die oben genannten Punkte einzustimmen. Ich persönlich bin dadurch viel mehr ins Reine mit mir gekommen und lasse Stress gar nicht mehr heran. Was das also bringt? Jede Menge Lebensfreude, auch als Kartoffel.

Verbinde Dich mit Smooth&Flexible via RSS | Email | Facebook | Instagram

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.