Trainiere deinen Geist mit der Welpenmethode

Du kannst deinen Geist zu fast allem trainieren, beispielsweise dich an jede mögliche Situation zu gewöhnen. Beispielsweise lange Zeit in Ruhe auf einem Kissen zu sitzen, oder dich auf ein Thema zu konzentrieren.

Nichts desto trotz trainieren wir unseren Geist oft darauf etwas zu tun, was wir eigentlich nicht wollen: Ablenkung, zu Dingen ja sagen, auf die wir keine Lust haben, Unangenehmes, etwas das wir vor uns herschieben. Das machen wir, indem wir uns für unser Verhalten belohnen, wenn wir eines der oben genannten Dinge tun.

Denke mal darüber nach: wenn du eigentlich keine Lust hast etwas zu machen, wäre das beste Verhalten doch sich dem Thema zu öffnen, zu prüfen ob es wichtig ist und dann den Fokus zu behalten. Aber normalerweise machen wir eben etwas anderes: wir schieben Dinge vor uns her und kehren zu unseren Lieblingsbeschäftigungen zurück. Die Ablenkung wird unsere Belohnung und so wiederholt sich unser Verhalten.

Wir machen das alle den ganzen Tag. Jeden Tag.

Aber was wäre, wenn wir unseren Geist dazu trainieren etwas anders zu machen?

Die Macht des Geistestrainings

Wir können unseren Geist auch dazu trainieren folgendes zu tun:

  • Gesundes Essen zu geniessen
  • Kein Fast Food zu futtern
  • Auf Alkohol, Zucker, Zigaretten, Drogen und Kaffe zu verzichten
  • Keine Computerspiele zu zocken, YouTube oder Netflix zu bingen, dauernd die News oder Social Media zu checken oder sonstigen Onlinespäßen nachzugehen
  • Achtsam und im Moment zu sein
  • Uns mit unseren Gefühlen auseinanderzusetzen, statt davor wegzulaufen
  • Auch mit unangenehmen Situationen klar zu kommen

Genau das wird dann eine Supermacht in uns, richtig Ninjastyle! Wir verwenden so viel Zeit und Energie darauf Dinge zu vermeiden, die wir nicht mögen und uns mit etwas zu umgeben was uns in unserer Komfortzone bleiben lässt. Was wäre denn, wenn wir uns selbst darin üben, die unangenehmen Themen nicht zu vermeiden, nicht nur in der rosa Blubberwolke zu verharren? Tja dann wären wir Göttinnen und Götter. Oh ja.

Wenn du zu einer Veranstaltung gehst, auf der du dich unwohl fühlst, dann mach Folgendes statt dich zu verstecken oder in deiner Komfortzone zu bleiben: bleibe dort wo du dich unwohl fühlst und rede mit Menschen, die du nicht kennst. Das ist dann irgendwann kein Problem mehr, weil du deinen Geist dazu trainiert hast mit jeglichem unangenehmen Gefühl klar zu kommen.

Wenn du normalerweise aus Bequemlichkeit Dinge wie Kaffe, Zucker, Alkohol, Zigaretten oder ähnliches zu dir nimmst, dann zahlst du dafür nicht nur viel Geld sondern schadest auch deiner Gesundheit. Vielleicht nimmst du dafür sogar längere Wege auf dich und verbrauchst Energie, nur um das Zeug immer bei dir zu haben.

Was wäre aber, wenn du nun deinen Geist dazu trainierst, dich diesen Behaglichkeiten nicht hinzugeben? Du könntest deinen Geist auch langsam dazu kriegen sich Stück für Stück davon zu entwöhnen. Dann brauchst du sie nicht mehr und bist innerlich viel freier.

Es ist möglich, beispielswiese mit einer Methode, die man auch zur Dressur von Welpen nutzt.

                       

Die Welpen Methode

Sweet oder? Dein Geist ist wie ein kleiner Welpe (oder ein kleines Äffchen). Er reagiert auf Belohnungen und muss dafür nach und nach trainiert werden. Bis du irgendwann automatisch machst was du eigentlich willst.

Ich behaupte damit nicht, dass wir unseren Geist zu 100% unter Kontrolle haben. Aber wir können einige manifestierende Methoden einsetzen um ihn an etwas, das uns wichtig ist, über die Zeit hinweg anzupassen.

Lass uns also mal schauen was die Welpen Methode kann und wie sie auf unseren Geist angepasst werden kann:

  1. Entscheide was dein Ziel ist.Wenn du willst dass dein Hündchen etwas bestimmtes tut, musst du vorher ganz genau wissen was das ist. Das selbe gilt für deinen Geist: entscheide was du willst: dass er sich auf eine Sache fokussiert, dass du in unangenehmen Situationen cool bleibst, dass du dich mit deinen Emotionen auseinandersetzt oder bei Stress ganz im Moment bleiben kannst. Wähle ein Thema nach dem anderen.
  2. Definiere die Belohnung. Was gefällt deinem Geist? Tee trinken, Smooth&Flexible Artikel lesen, TEDtalks schauen? Wähle eines deiner Belohnungen und versuche etwas relativ gesundes auszuwählen (nicht Schokolade, ok?). Und das gibst du dir selbst nachdem du dein Verhalten angepasst hast.
  3. Trainiere dich in kleinen Schritten. Es wäre total unrealistisch, wenn du deinen Geist den ganzen Tag fokussiert halten kannst. Er wird irgendwann müde. Der Versuch zu Perfektion zu gelangen, führt oft dazu ganz zu scheitern. Gehe also in kleinen Schritten vor, 10-20 minütigen Intervallen und Pausen dazwischen. Nach und nach kannst du diese Intervalle ausweiten, und deinen Aufgaben selbstbewusst entgegenkommen. Nach und nach trainierst du deinen Geist mehr zu machen.
  4. Belohne dich, wenn du das Ziel erreicht hast. Wenn du 20 Minuten fokussiert arbeitest, dann gönne dir eine kleine Belohnung. Du schaust zum Beispiel für 2 Minuten in deinen liebsten Social Media Kanal. Oder du machst es wie ich und machst eine Runde Yoga. Damit gibst du dir selbst ein kleines Vergnügen für dein vorheriges Verhalten.
  5. Mache bei schwierigen Themen Zwischenschritte.Wenn du willst, dass dein innerer Welpe einen komplizierten Move macht, dann brauchst du ein paar Zwischenschritte. Wenn du beispielsweise willst, dass er zu einem bestimmten Ort geht, dann belohnst du ihn schonmal dafür, dass er in den richtigen Raum geht. Und dann belohnst du ihn, dass er in den richtigen Bereich geht und dann nochmal, wenn er am konkreten Ort ist. Das Gleiche kannst du mit deinem Geist machen. Wenn das Thema zu schwierig für dich ist (beispielsweise eine Woche täglich zu meditieren), dann mach vorher kleinere Happen daraus (heute 10 Minuten meditieren) und bewege dich dann langsam in Richtung des grösseren Themas. Belohne dich zunächst für das kleine Ziel und wenn das zu einfach wird belohnst du dich nur noch dafür, dass du das nächst schwierigere Level erreicht hast (beispielsweise 20 Minuten zu meditieren).
  6. Bestrafe dich nicht für schlechtes Verhalten. Aber belohne dich auch nicht dafür. Wenn du einem deiner Behaglichkeiten nachgibst (Kaffe trinken, Facebook bingen etc.) dann belohne dich nicht dafür. Aber kämpfe auch nicht gegen dich selbst an, das ist auch nicht hilfreich. Es war mal normal, dass ein Welpe mit einer Zeitung gehauen wurde, wenn er etwas falsch gemacht hat. Aber ein guter Hundetrainer glaubt heutzutage an positive Bestärkung. Was macht er nun anders? Entweder ignoriert er das schlechte Verhalten komplett oder unterbricht es. Mit dem Geistestraining ist es ähnlich („Nein, das machen wir nicht so weiter“), um dann an das gute Verhalten anzuknüpfen, bei welchem die Belohnung folgt. Ignoriere also dein schlechtes Verhalten, sei dir bewusst, dass es nicht gut ist, aber nimm es dir selbst auch nicht übel.
  7. Übe dich an einem Thema nach dem anderen. Die meisten Menschen wollen viele Themen gleichzeitig üben. Das ist aber durchaus etwas für Fortgeschrittene, die ihre einzelnen Themen schon trainiert haben. Wenn Du beispielsweise aufhören möchtest, die ganze Zeit auf Social Media rumzuhängen, dann versuche mal, einen halben Tag ohne diese Kanäle zu arbeiten (belohne dich mit etwas anderem, nicht mit Youtube Facebook, Twitter und Konsorten). Und mache das danach einen ganzen Tag, dann zwei Tage hintereinander, und so weiter. Dann kannst du eine ähnliche Übung für Kaffe oder Bier machen, dann für eine andere Sucht. Aber mache nicht alles auf einmal.

Wie du siehst ist es manchmal gar nicht so einfach den Schalter umzulegen. Es kann ziemlich chaotisch von sich gehen, man kann scheitern und sich verirren. Aber wenn du dran bleibst, wirst du irgendwann überrascht sein was du alles mit deinem kleinen Welpen anstellen kannst.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.