Wie Meditation deinen Alltag besser macht

Stell dir vor du planst deinen Alltag komplett durch. Jeder Handgriff ist kalkuliert, jede Minute eingetaktet. Du weisst wann du morgens aufstehst, wann du als erstes tust, als zweites, als drittes. Du bist hocheffizient, auf die Sekunde stehst du dort parat wo du sollst. Alles läuft wie am Schnürchen. 

Toll oder? Ein Problem gibt es dabei, eine unkalkulierbare Variable: den Zufall. Zufällig fällt deine Bahn heute aus, zufällig ist der Kollege heute krank mit dem du das Projekt voranbringen wolltest, zufällig hat deinen Mama heute doch Leberwurst aufs Brot getan, statt deiner geliebten Salami. Zufällig lässt sich dein CEO gerade von seiner Frau scheiden und muss das Unternehmen verkaufen, weil er sich Geld von ihr geliehen hat und sie es nun zurückwill. (Ja, genau so rum! 🤩)

Wie gehst du mit sowas um? In deiner Routine bleiben macht keinen Sinn mehr. Es kostet dich Energie, du musst auf einmal wieder deinen Kopf einschalten. Warum hast du sowas noch nicht früher wahrgenommen? Warum hättest du nicht früher entgegensteuern können? 

Nun eine einzige Antwort darauf gibt es nicht. Vieles kannst du nicht wissen, vieles würde dich auch wirklich zu viel Zeit kosten bis zum letzten Punkt verstehen wollen. Das einzige was du tun kannst ist mit offenen Augen und einem klaren Kopf durch die Welt zu gehen, eine positive Grundeinstellung anzunehmen und es in Zukunft „besser zu machen“. Ärgere dich nicht, wenn etwas nicht nach Plan läuft. Betrachte die Situation aus einer neutralen Perspektive: Was hättest du wissen können? Was kannst du daraus lernen? Ist davon in einem Jahr noch etwas relevant? Was kannst du jetzt tun, um die Situation wieder ins Gleichgewicht zu bringen? Denn was du willst ist schliesslich, dass du morgens genau weißt was du als erstes, zweites und drittes tust. 

Was dir dabei helfen kann ist eine Morgenroutine zu haben. Mache immer das gleiche in der früh, stehe auf, meditiere, frühstücke, mach dich fertig. Egal was dir während des Tages passiert, egal wieviele emotionale Hochs- und Tiefs du hast, dein Morgen bleibt gleich. Das gibt dir innere Ruhe, Stabilität, Kraft für den Alltag und einen klaren Geist. 

Integriere diese neue Gewohnheit in deinen Alltag und du wirst über die Zeit nachhaltige Veränderungen wahrnehmen. Du wirst innerlich ausgeglichener, entspannter, ruhiger, belastbarer, geistig flexibler. 

Du kannst dein Leben nicht komplett durchplanen, es wird immer auch Veränderungen geben, mit denen du absolut nicht gerechnet hast. Was du tun kannst, ist ein gutes und gesundes Leben zu führen, viele Anker aufzubauen und in dir zu ruhen. Du bereitest dich durch Meditation und Yoga eigentlich ständig darauf vor, in Stresssituationen die Ruhe zu bewahren. Es ist wie eine mentale Versicherung, wie der Schutzschalter, wenn mal eine innere Sicherung durchbrennt.  Du wirst die Veränderung nicht von einem Tag auf den nächsten Wahrnehmen. Aber je länger du dran bleibst, desto mehr Synergien werden sich ergeben. Es ist eine Haltungssache für mich geworden, mit geradem Rücken, stabilen Schultern und einer tiefen Atmung in den Tag zu starten.

Es zieht an dir vorbei, dass deine neue Mitbewohnerin alle deine selbstgebackenen Kekse aufgegessen hat, es zieht an dir vorbei, dass die Bahn schon wieder zu spät kommt, es zieht an dir vorbei, dass der Kollege das Projekt verhunzt hat und dir die Schuld gegeben wird. Es zieht an dir vorbei, dass du heute schon wieder Überstunden machst oder nachsitzen musst. Du lernst mit der Zeit, was dir wichtig ist und wieviel von dem, was im Alltag passiert einfach irrelevant für dein Wohlbefinden ist. Du lernst deine eigenen Prioritäten kennen. Und ja, das passiert tatsächlich, indem du dir morgens erst einmal Zeit für dich nimmst. Zeit um deinen eigenen Fokus zu setzen und mit einem starken Willen in den Tag zu starten.

Es hilft auch hier und da ein wenig locker zu lassen, denn dann sieht man von selbst viel mehr. Je mehr du in deiner Mitte bleiben lernst, desto weniger können dir äußere Einflüsse an die Substanz gehen. Du wirst resilient. Und das tut nicht nur dir selbst, sondern auch deinem Umfeld gut. Vielleicht siehst du dann auch, dass deine Mitbewohnerin echt gute Pizza liefern kann, dass es keinen juckt, dass du heute mal 5 Minuten später dran bist als sonst. Dass dein Kollege vielleicht kein guter Projektplaner, aber ein unfassbar genialer Spezialist auf seinem Fachgebiet ist und du echt viel von ihm mitnehmen kannst für dich. Eventuell nimmst du dann auch wahr, dass deine Arbeit und Energie durchaus wertgeschätzt wird. 

5- 10 Minuten Meditation in der Früh können tatsächlich große Veränderungen bringen. Vieles davon funktioniert jedoch nur, wenn man sich auch innerlich auf diese Reise einlassen will. Du beginnst von heute auf morgen und irgendwann macht es sich von selbst bezahlt. Es ist wie ein ETF, den du monatlich fütterst. Irgendwann passiert es automatisch, du wächst an dir selbst, mühelos und jederzeit, sogar im Schlaf ;). Du beginnst mit kleinen Stufen, die irgendwann von selbst immer höher gehen. 

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