Was man lernt wenn man einen Blog schreibt

Ich habe in den letzten Wochen und Monaten relativ oft den Spruch zu hören bekommen „Läuft ja gut bei dir!“. Jedes mal freute ich mich irgendwie über die Aussage und zugleich fragte ich mich auch woher dieser Eindruck kam.

Tatsächlich habe ich mit diesem Blog für meine Verhältnisse relativ viel Tamtam gemacht. Ich poste meine Artikel in Foren, in meinem Whatsappstatus, bei Facebook und Instagram. Langsam findet mich Google auch, obwohl ich tatsächlich viel länger gebraucht habe als gedacht, um die Systematik dahinter zu verstehen. Zudem habe ich eher aus Zufall eine Facebookgruppe gegründet, die immer weiter anwächst. Sie entstand aus einer Unzufriedenheit heraus und ich freue mich wieviel Antrieb sich darin zum Thema Frauen in technischen Berufen findet. Ich hüpfe hier und da auf Veranstaltungen herum und organisiere auch Treffen.

Dabei MACHE ich aber nicht wirklich mehr als andere und vor allem werde ich dafür nicht bezahlt. „Warum denken die Leute denn, dass es bei mir läuft?“ war also immer mein Gedanke wenn die obere Aussage kam. Für mich persönlich ist es derzeit eine Notwendigkeit Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen, auch wenn ich hoffe damit noch niemandem auf den Keks zu gehen.

Tatsächlich habe ich seit Beginn meines Blogs sehr viel dazu gelernt, vor allem was zwischenmenschliche Themen angeht. Das Wichtigste davon möchte ich hier darstellen:

Talk is cheap

Es gibt so viele Menschen, die dich beklatschen für das was du tust oder auch im Gegenteil wütend darüber sind, dass du ihnen ins potentielle Fahrwasser kommst. Nach dem Motto „Ja, die Idee hatte ich auch, aber jetzt warst du schneller“.  Letztendlich ist es aber eine deutlich (DEUTLICH) kleinere und vor allem stillere Gruppe an Menschen, die die Dinge dann auch tatsächlich umsetzen. Großes Geschrei, wenig dahinter. Das habe ich tatsächlich oft erlebt in den letzten Monaten, in ganz unterschiedlichen Szenarien.

Medien manipulieren

Ja wir hatten das alle schon in der Schule, aber mir ist es jetzt erst wieder so bewusst geworden. Dein Fernseher lügt. Dein Instagram bildet nicht die Realität ab. Facebook will etwas von dir, wenn es dir etwas kostenlos zur Verfügung stellt. Und auch ich will, dass du meinen Blog liest, aus ganz ganz vielen Gründen. (Aktuell will ich beispielsweise, dass du Bock auf Yoga und Meditation bekommst und lernst achtsam zu leben. Irgendwann werde ich dir ein Buch  oder einen Kurs andrehen wollen 😉 ). Jedes Bild und jeder Blogartikel der dir vor die Nase gesetzt wird, will etwas bei dir bezwecken. Sei dir dessen einfach bewusst, bevor du das nächste mal online shoppst, den Fernseher anschaltest oder in den Supermarkt gehst. Und selbst wenn du nur in irgendeiner Facebookgruppe unterwegs bist, bist du davon nicht gefeit. Nehmen wir beispielsweise die (fiktive) „schnell und ohne Mühe abnehmen, reich werden und schöne Menschen kennenlernen Gruppe“. Sicher, dass dir niemand etwas verkaufen will? Klar, manche Gruppen sind wirklich dafür da, den Zusammenhalt zu stärken. Aber auch hier wird ein bestimmtes Mindset etabliert, zu dem du passend gemacht werden sollst. Sei dir also auch dem einfach bewusst und entscheide selber wozu du dich zugehörig fühlen willst. 

Blogger/Influencer haben ein genauso langweiliges Leben wie du

Kann sein, dass manche mehr Geld verdienen als andere. Aber sie sind die wenigsten. Und auch sie sind irgendwann ein Risiko eingegangen, haben auf viel verzichtet und geben eben auch echt viel von sich Preis. Ob ihr Leben spannender ist als deins: auf keinen Fall!

Versuch einfach selbst mal ein Video zu drehen, zu schneiden, zu editieren und dir vorab noch Gedanken über das Thema zu machen und wie es gut ankommt. Selbiges beim Blog: die Themenfindung, die Suche nach Keywords, das Niederschreiben und die Publikation sind ganz banale Schreibtischtätigkeiten. Ja, du hast mehr gestalterischen Spielraum, wenn du selbst entscheidest was du veröffentlichst. Aber umso heftiger kannst du eben auch auf die Schnauze fallen damit. Und du kannst niemandem die Schuld zuweisen außer dir selbst. Ich muss mich also korrigieren: es mag ein emotional aufreibenderes Leben sein als das eines Angestellten. Ob ich jedem rate zu tauschen: niemals.

Ich tue es auch nur, weil ich einfach so meinen Spass daran habe. Aber es ist echt nicht spannend, wirklich nicht. Es sei denn du liebst einfach deinen Inhalt und das Tun an sich. Aber auch das kannst du in jedem Angestelltenjob finden.

Echte Begegnungen bleiben wertvoller als digitale

Was tatsächlich sehr schön ist, dass ich seit der Erhöhung meiner digitalen Aktivitäten und insbesondere durch meinen Blog sehr viele neue Bekanntschaften gemacht habe. Der erste Schritt war dabei häufig digital über die sozialen Medien oder Email, der zweite dann „im echten Leben“. Ohne diesen zweiten Schritt bleibt für mich persönlich der erste jedoch relativ schwammig und wertfrei. Ich freue mich also tatsächlich über jede Nachricht, die in meinen virtuellen Briefkästen landet, viel mehr aber noch, wenn daraus eine echte Begegnung wird. 

No money, a bit of fame and soooo much noise

Warum mache ich den Scheiß also? Nun ja, es sprudelt einfach aus mir heraus. Ich kann nicht anders. Ich schreibe einfach darauf los. Es tut mir gut. Es sortiert meine Gedanken. Und es freut mich, wenn ich anderen Menschen mit meinen Texten etwas Gutes tun kann. Nicht mehr und nicht weniger. Kann jeder, du auch. Musst du nicht. Macht aber Spaß.

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