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Was du aus Extremsituationen lernen kannst

Hast du schon mal darüber nachgedacht was du machen würdest wenn du in einer Gletscherspalte gefangen wärest? Wahrscheinlich nicht, genauso wenig wie ich bis vor ein paar Tagen. Warum ich nun darüber nachdenke liegt daran, dass ich einem Menschen begegnet bin dem eben das passiert ist. Dieser Mensch war über 3 Tage und 2 Nächte nach einem Sturz und mit einer daraus bedingten gebrochenen Hüfte irgendwo in den Schweizer Bergen ziemlich auf sich alleine gestellt gewesen. Mich hat diese Geschichte sehr bewegt und ich stellte mir in den darauf folgenden Tagen diese Frage:


Wie hätte ich in dieser Situation an seiner Stelle gehandelt?

Sich geistig in diese Situation zu begeben und sich diese Frage zu stellen kann viel über seinen eigenen aktuellen mentalen und körperlichen Zustand aussagen. Und so möchte ich mit dem Thema noch weitergehen und weitere Fragen aufwerfen, die ich mir danach selbst gestellt habe:

  • Wie stark ist mein eigener Wille zu (über)leben?
  • Wie stark in mein Vertrauen in diese Welt?
  • Würde ich in Angst und Panik ausgebrechen, wenn ich wirkliches Lebensrisiko erfahre?
  • Habe ich Mittel meinen Geist zu beruhigen?
  • Was würde aufgrund von Stille mit meinen Gedanken passieren?
  • Wann würde ich verhungern wenn ich mehrere Tage keine Nahrung aufnehme
  • Wie gut ist mein Körper mit Ressourcen ausgestattet?
  • Habe ich einen Notfallplan parat, einen kurz- und langfristigen, um jede Sekunde, Minute, Stunde und jeden Tag weiter zu leben?
  • Wie würde ich ohne Medikamente (aufgrund des Schmerzes durch den Sturz) ausgekommen?
  • Wie würde ich ohne meine täglichen Gewohnheiten, meine Familie, Freunde, jeglichen sozialen Kontakt klar gekommen?
  • Welche Gedanken würde ich zulassen?
  • Wo sind meine körperlichen und mentalen Grenzen?
  • Weist mir meine Intuition den richtigen Weg?
  • Was mache ich als Erstes, wenn ich gerettet werde?
  • Was ist wirklich wichtig im Leben?
  • Wofür bin ich am meisten dankbar?
  • Was will ich in diesem Jahr und in den kommenden Jahren erreichen?
  • Worauf kann ich problemlos verzichten?
  • Welche Muster will ich ablegen?
  • Was brauche ich für mein Glück?
  • Wofür bin ich heute dankbar?
  • Worauf bin ich heute stolz?

Auch wenn ich für mich nicht auf jede Frage gleich eine Antwort finden konnte, so kam ich auch hier zu einigen Erkenntnissen, die teils nicht neu, und doch so wichtig für ein gutes Leben sind:

Erkenntnis 1: Der eigene Geist ist dein wichtigstes Werkzeug im Leben.

Ich fragte diesen Menschen auch, ob er in diesen drei Tagen jemals an den Tod gedacht hatte und seine Antwort war „Nein, das habe ich mir nicht erlaubt, ich wäre daran zerbrochen. Ich hielt meinen Geist anderweitig beschäftigt“. Die Tatsache, dass dieser Mensch genau wusste wie er seinen Kopf bei Laune halten kann, wie er Wege fand sich auf das wesentliche zu fokussieren, sich vor der Kälte zu schützen, Eis als Wasserquelle zu nutzen und nicht aufzugeben zeugt aus meiner Sicht von einer enormen mentalen Klarheit und positiven Grundeinstellung. Und vor allem von der Fähigkeit diesen bewusst zu steuern.

Erkenntnis 2: Das Glück ist mit den Tüchtigen.

Diesem Menschen gelang es, sich trotz Schmerzen aus einer scheinbar ausweglosen Situation zu befreien. Klar, war auch Glück dabei: Nach drei Tagen wurde er zufällig von einem lokalen Bergführer gefunden. Doch auch hier gilt, dass das Glück ist mit den Tüchtigen ist. Hätte er nicht Tag und Nacht über mehrere Tage hinweg um Hilfe gerufen, wäre er nicht gefunden worden.

Man muss sich nicht gleich in eine Gletscherspalte schmeißen oder in eine andere lebensbedrohliche Situation begeben, um solche Fragen für sich zu klären oder Erkenntnisse zu gewinnen. Allein über so eine Extremsituation nachzudenken, kann den Geist jedoch unfassbar klären und sortieren. Es ist wie eine kalte Dusche oder ein Wachrütteln aus einem dösenden Halbschlaf. Ich selbst war danach auf ein Neues einfach nur unfassbar dankbar für das Geschenk, das ich mit diesem Leben bekommen durfte und dankbar, um eine weitere bereichernde Begegnung.

 

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