Folgst du Smooth&Flexible schon auf Instagram?

 

Viele Menschen, die ich kenne, streben danach ihr ganzes Leben durch zu optimieren. Manche meiner Lieblingsmenschen verbringen Tage und Wochen damit, Systeme für sich zu finden, um ihren Alltag komplett zu automatisieren. Sei es mit Apps oder eigenen Routinen, der perfekten Diät oder Arbeitsroutine.

Selbstoptimierung kann dabei ganz schön viel Zeit und Energie kosten und auch ich tappe hier immer wieder in diese Falle.

Was würde aber passieren, wenn wir uns von dieser Idee lösen? Wer wären wir ohne dieses Perfektionsstreben?

Eine Möglichkeit wäre, dass wenn wir unseren Perfektionismus aufgeben würden, uns weniger Gedanken machen würden. Wir würden aufhören damit, alles besser machen zu wollen und wohl hier und da auch kein allzu tolles Leben führen. Ich kenne mich selbst da ganz gut, ich werde auch dann mein Bestes geben wollen, aber ich will deswegen nicht perfekt sein. Wir sind alle so, wir gehen die Dinge mit vollem Herzblut an, wenn sie uns wichtig sind, auch wenn es nicht perfekt sein muss.

Warum sollten wir also mit der Selbstoptimierung aufhören? Und was würde passieren, wenn wir das nicht machen?

Gebe mir hier bitte ein paar Minuten, um dir meinen Weg zu zeigen:

Versteh mich nicht falsch: Weder denke ich, dass Menschen dumm sind, die immer besser werden wollen (viele der klügsten Menschen tun das), noch halte ich es für ein großes Ding, wenn man es versucht. Ich tue es ständig.

Beachte Folgendes:

  • Das was du an Energie und Zeit rein steckst, kommt selten zurück. Wenn du versuchst dich selbst zu optimieren, dann verbringst du manche der wichtigsten Momente in deinem Leben damit, die idealen Bedingungen für dich zu finden. Und klar, sobald es dir gelingt, wird ab diesem Zeitpunkt alles von selbst laufen. Also sparst du langfristig Zeit, wenn du die Weichen zu Beginn richtig stellst, oder? Naja, ich denke wir sind uns auch darin einig, dass es am Anfang jede Menge Energie und Zeit kostet und es lohnt sich erst, wenn es tatsächlich funktioniert. Und so kann es vorkommen, dass du im Kreis läufst oder Hamsterrad. Du steckst immer mehr Energie rein, ohne dass die Belohnung zurückkommt.
  • Optimierung macht Unglücklich. Optimierung ist das Bestreben danach, so nahe wie möglich an dein perfektes Selbst zu kommen. Aber es ist ein unrealistisches Ideal. Es existiert nicht. Und je näher wir daran kommen, desto unzufriedener werden wir.  Um zu den letzten 20 Prozent hin zum Optimum zu kommen, müssen wir ein Vielfaches unserer Energie aufwenden, werden oftmals unglücklich. Das Streben nach Perfektion ist ein Trugschluss, in welchem du dich lediglich in geistiger Unzufriedenheit übst.
    Optimierung legt den Fokus auf Unwichtiges: Es ist egal ob du das perfekte Produktivitätssystem für dich gefunden hast, die ideale To-Do-Liste oder Software. Du prokrastinierst dadurch nur und machst das Wesentliche nicht. Es ist doch Quatsch dir die optimale Diät zusammenzustellen, was wichtig ist, ist dass du Gemüse isst, dass du Obst futterst und Nüsse. Lass den Rest deines schicken Diätplans weg und konzentriere dich auf das Wesentliche. Wenn du den idealen Urlaub planst verpasst du so viel was dazwischen liegt, sowohl zu Hause, als auch auf der entsprechenden Reise.
  • Selbst wenn du alles optimierst, würde dein Leben stinken: Lass uns mal für einen Moment davon ausgehen, dass du eine Woche damit verbringst jeden Furz in deinem Leben zu optimieren. Jetzt hast du dein perfektes Leben, alles unnötige läuft automatisiert ab, dein Leben ist unfassbar entspannt (btw: das ist nicht möglich). Selbst wenn es alles möglich wäre, würde dein Leben trotzdem stinken. Denn wenn alles ohne Gegenwind kommt, ohne Schwierigkeiten, dann würdest du das was du erreicht hast nicht mehr wertschätzen. Du hättest dir nichts selbst verdient und es würde sich nicht so genial anfühlen. Es ist so wie wenn du den Sessellift auf einen Berg nimmst, als selbst hochzugehen, ein ganz anderes Erfolgsgefühl. Menschen laufen Ultramarathons nicht, weil es so einfach ist, sondern gerade weil sie mega hart sind. Ihnen gibt genau das Bedeutung. Also mach dir keinen Kopf über kleine Schwierigkeiten, solange du daran lernen kannst. Ein wenig Verwirrung hilft dir, dich in Geduld zu üben. Lass los von Idealen und beginne die Dinge so zu lieben wie sie sind.
  • Optimierung ist der beste Weg, um etwas zu zerstören:  Stell dir vor, dass du gerade ein Software Tool optimiert hast und alles läuft wunderbar. Es ist dir gelungen eine unfassbar komplexe Maschinerie an Verknüpfungen zum Laufen zu bringen. Du hast richtig tolle Arbeit geleistet und alles durchdacht. Wenn Dinge so durchoptimiert sind, sind sie auch sehr fragil. Sobald ein Teil kaputt geht, ist das ganze Ding futsch. Und wenn dein Leben optimiert ist, dann kann auch dieses Kartenhaus schnell in sich zusammenfallen. Noch ein anderes Beispiel: du hast eine durchoptimierte Schlafroutine: Du schläfts wie ein Murmeltier und bist danach richtig erholt. Aber dann bringt deine Katze Flöhe in deine Wohnung und du musst sie ausräuchern lassen (ist einem Kumpel von mit tatsächlich passiert). Du musst dir jetzt also einen neuen Schlafplatz suchen, eine andere Wohnung. Deine komplett durchoptimierte Routine ist erstmal für den Eimer und du schläfst ein paar Tage richtig mies. Dann optimierst du deinen Schlaf auf Reisen, sei es im Flieger oder Zug. Du hast deine liebste Schlafmaske dabei, Ohrstöpsel und dein Lieblingskissen ist auch am Start. Und jetzt lässt du deine Sachen zu Hause liegen. Dein erholsamer Schlaf ist ebenfalls dahin. Das was du nun noch daran optimieren kannst, ist nicht weiter zu optimieren. Deoptimiere dein Leben, indem du gut in den Situationen gut wirst, die nicht perfekt laufen. Geb ein wenig Zufall und Verrücktheit in dein Leben. Vergiss diese Selbstoptimierung, lerne mit den Dingen klar zu kommen wie sie sind, lerne loszulassen und dich anzupassen.
  • Optimieren ist Ablenken. Es ist so wie wenn du noch deine Rechnungen bezahlen willst, wenn du von der Klippe springst: es nicht einfach irrelevant.Es ist viel wichtiger, dass du präsent im Moment bist, dass du achtsam bist, mit Leidenschaft dabei bist, deine Fixierungen loslässt, siehst, dass alles verbunden ist. Die reine Liebe die du anderen schenkst, das ist wichtig, nicht welche App du gerade nutzt, welches Bier du trinkst oder was für eine Handtasche du trägst. Verlier dich nicht in Ablenkungen und fokussiere dich auf das was wirklich zählt.

Was wäre also ein alternativer Weg? Natürlich gibt es nicht nur einen, aber ich teile dir mal meine Gedanken dazu mit:

Ein anderer Weg:

  1. Statt alles durch zu optimieren, wählst du ein Thema und fokussierst dich vollkommen darauf.  Mach es mit ganzem Herzen, mit Liebe. Wenn du es geschafft hast, gehst du in die Dankbarkeit. Nimm dir einen Moment Ruhe und springe nicht gleich zur nächsten Sache. Wiederhole es.
  2. Statt die perfekte App zu finden, das perfekte Programm, die perfekten Klamotten, fokussierst du dich auf den Moment, wo du gerade bist, was du schon hast und was gerade vor dir liegt. Zufriedenheit ist viel wichtiger als Perfektion.
  3. Statt fragile optimierte Routinen aufzubauen (oder Programme oder Systeme) nimmst du imperfekte Situationen an. Du gibst Platz für Zufall und lernst, dich auf neue Situationen erst mal einzustellen. Entwickle Flexibilität, Agilität, Robustheit und Stabilität.
  4. Sei im Moment. Lerne jeden flüchtigen Moment wertzuschätzen, denn er kommt nie zurück. Sei voll im Moment und sehe die Schönheit dieses Lebens als Geschenk.
  5. Wenn du wieder das Bedürfnis hast, an dir selbst herum optimieren zu wollen, dann nimm es wahr und sehe auch, dass du dich gerade von wichtigen Themen ablenken lässt.  Frage dich selbst “Ist das wirklich wichtig gerade?”. Konzentriere dich dann darauf, auch wenn dich dein erstes Unwohlsein lieber wieder in deine Komfortzone zurückbringen will. Werde gut in dem was du tust, statt dich optimieren zu wollen.
  6. Geh deinen eigenen Weg mit Lockerheit an, weniger kontrolliert und geb dem Zufall eine Chance. Lass auch Chaos hinein, denn dann kannst du Frieden in Mitten des Chaos finden. Lass Freude und Glück in dein Leben, denn das ist doch das was wir alle wollen. Nimm dein Leben so wie es ist, nicht wie es sein soll.

Mach das alles mit einem Lächeln im Gesicht, denn wir haben ein mega Geschenk mit diesem Leben erhalten!
Erhalte stille Momente von Smooth&Flexible per Email

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.