Ich entschied mich relativ spät dazu Volkswirtschaftslehre (VWL) aka Economics zu studieren, nachdem ich nach dem Abi lange auf Reisen war und mein Taschengeld aufbesserte. Meine Hauptmotivation war dabei, zu verstehen warum manche Menschen immer reicher und manche immer ärmer wurden. Warum die Welt so ist wie sie ist. Mein ganzes Studium hindurch, sowohl in Bayreuth als auch Karlsruhe konnte ich diese Frage nicht wirklich für mich lösen.

Ich studierte Steuer- und Geldsysteme, lernte über Bankensysteme, wie Unternehmen eine Bilanz erstellen. Irgendwann wusste ich sogar Bescheid darüber, welche Gesetze greifen, wenn ich mir eine Pizza kaufe. Ich schrieb Arbeiten über Stromsysteme, negative Preise, Inflation und den Homo Oeconomicus. Zudem löste ich mathematische und statistische Rätsel und erfuhr mehr darüber was passiert, wenn man mehrere unterschiedliche Aktien kauft. Dinge von denen ich bis dato keinen Peil hatte. Ich wusste danach was Korrelation ist, was Substitute und Komplemente sind, was es mit der Tragik der Allmende auf sich hat. Sogar Pareto wurde en detail besprochen und was er so außer dem 80/20 Prinzip von sich gegeben hat. Das ist übrigens ziemlich viel, auch wenn das in den Massenmedien total untergeht.

Aber meine Grundfrage wurde nie beantwortet. Warum werden manche Menschen reicher und manche ärmer?  Mein Studium half mir hier und da mathematische Zusammenhänge zu verstehen, die dabei greifen (Multiplikatoren, Skalierung, Zinseszinseffekte, Kapitalwert, Annuität), aber es bedurfte persönlicher Erfahrungen und der Lektüre einer ganz anderen Art von Büchern. 

Ich finde es immer noch erstaunlich, dass ich ein ganzes Studium lang um diese Frage herumeierte, bis ich die Lösung an ganz anderer Stelle fand. Es war das Buch von Robert Kiyosaki „Rich Dad Poor Dad“ von dem ich über einen Blog erfuhr. Jedes einzelne Wort empfand ich als wahr, ich wurde immer genervter von meinem Studium.  Je mehr ich mich dann mit mir selbst auseinandersetzte, je mehr ich mit Menschen sprach die selbst erfolgreich von sehr wenig Geld zu einem stattlichen Vermögen kamen, desto mehr sah ich Kiyosakis Aussagen bestätigt. Schon lustig, wenn man wie verrückt nach einer Sache sucht und die Antwort ganz wo anders findet. 

Ich wollte jedoch nicht nur den Unterschied zwischen reichen und armen Menschen verstehen. Sondern ich wollte im generellen ökonomische, globale Zusammenhänge nachvollziehen. Hier half mein Studium deutlich mehr. Aber eher in dem Sinne, dass ich verstand wie Ökonomen in Research Instituten argumentieren, was die Presse und Politiker daraus machen und welcher Theorie oder Philosophie sie dabei folgen. Ich kann jetzt mitreden, ich kenne die Argumente. Es sind Hilfswerkzeuge, um die Komplexität und das Chaos der Menschheit und deren Handeln zu reduzieren. Nichts davon ist absolut, aber es hilft ein bestimmtes Teilproblem in Worte zu fassen. 

Den emotionalen Teil jedoch, also den zwischenmenschlichen Part, warum zwei Menschen nun überhaupt auf die Idee kommen ein Handelsgeschäft miteinander abzuschließen, wurde mir auch hier nicht nicht vermittelt. So abgedreht es nun klingen mag: ich fand die Lösung erst in meiner Spiritualität, der ich durch Yoga und Meditation näher kam. Es ist nämlich durchaus nicht so, dass wir eiskalte Rationalisten sind, selbst die kühlsten Geister entscheiden nicht nur nach Fakten. Es geht darum Harmonie und Balance zu finden, Win-Win-Situationen zu generieren und einen klaren Kopf zu behalten, sich selbst bewusst zu sein. Da halfen mir meine persönlichen Erfahrungen deutlich weiter, als stur Theorien zu studieren. 

Die Welt ist nicht singulär, man kann sie nicht in Schubladen stecken, man kann sie nicht kontrollieren. Alles was man kann ist zu lernen, sich in ihr zurechtzufinden und anderen dabei zu helfen es auch zu tun. Je mehr wir uns von der Illusion lösen, dass es eine Wahrheit gibt, je mehr wir uns für das Unbekannte öffnen, desto weiter kommen wir. 

Ob ich trotzdem nochmal VWL aka Economics studieren würde? Wahrscheinlich schon. Es ist Handwerkszeug, wenn ich mal Argumente brauche, es hilft auf einer gewissen Ebene mit anderen Menschen zu kommunizieren und  es ist ein Ticket um Kompetenz auszustrahlen.

Was ich jedoch anders machen würde ist, dass ich mich noch abseits des Studiums auf andere Weisen weiterbilden würde. Ich würde schon früher anfangen Yoga zu machen, Bücher über alles mögliche zu lesen, um einfach kein Fachidiot zu werden. Und ich würde noch mehr mit Menschen aus aller Welt und allen gesellschaftlichen Subkulturen reden. Ich würde dem Studium weniger Gewicht geben, nicht alles auf diesen einen Abschluss geben. Was immer gut getan hat, war eine Arbeit neben dem Studium zu haben. Klar nervte es, klar war die Zeit viel knapper und oft erkannte ich den Sinn dahinter nicht. Im Rückblick war es aber eher die das Leben selbst, das mir die Augen öffnete dafür was ich will, als diese stumpfen Theorien. 

Ich weiss nun warum manche Menschen ärmer werden und manche reicher. Ich verstehe globale wirtschaftliche Zusammenhänge und vor allem verstehe ich, wie ich und andere Menschen ticken. Mein Ziel für die kommenden Jahre ist es nun all das gelernte auf meine Weise umzusetzen. Ein kleiner Teil davon ist dieser Blog. 

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