Wie du das Gefühl loswirst nicht genug zu sein

Viele von uns beschleicht hier und da dieses unangenehme Gefühl, dass etwas nicht mit einem selbst in Ordnung ist. Und Autsch, tut das weh. 

Die meisten von uns würden zustimmen, wenn ihnen jemand sagt, dass sie disziplinierter, fokussierter, achtsamer sein und sich mehr mit ihren Finanzen und ihrer Gesundheit auseinander setzen sollten…. Also mehr von etwas haben oder besser sein sollen. Unter all dem liegt ein Mangelgefühl, dass etwas nicht richtig mit uns ist. Wir sind nicht diszipliniert genug, nicht fokussiert genug, nicht fit genug, nicht achtsam genug, nicht organisiert genug, nicht gut genug. Wir sind nicht genug. Nie. 

Unser Herz zerbricht daran, weil wir unser Bestes geben, aber trotzdem zu kurz kommen. All unserer Mühen lösen diesen inneren Makel nicht, den Teil, der nie genug sein wird. 

Das was am meisten weh tut ist, dass die Tatsache, dass nichts weiter von der Wahrheit weg sein könnte als diese Gedanken. Nichts ist verkehrt mit uns. Wir sind vollständig, schön, voller Liebe und genau gut so wie wir sind. 

In diesem Text möchte ich ein paar Wege zeigen, wie man aus dieser Täuschung herauskommt.

Woher das Gefühl kommt

Dieses Mangeldenken wächst in unserer Kindheit und Teenagerjahren. Bis dahin dachten wir, dass wir total großartig sind und eins mit der Welt. Aber irgendwoher kam dann die Nachricht, dass wir mehr sein sollten, härter arbeiten müssen, disziplinierter, schöner, besser zu sein haben.

Diese Nachricht kam von unseren Eltern, Verwandten, der Schule, einer Clique, Medien und der Werbung. Jeder gab uns das zu verstehen. Das ist so tief in unserer Gesellschaft verwachsen, es ist überall, teils auch in Religionssystemen. Und doch ist es eine Nachricht voller Makel, die wir zu spüren bekommen, sobald wir Social Media öffnen und all die Menschen sehen, denen es natürlich so viel besser geht als uns. Und das verstärkt dann nochmal das Gefühl nicht gut genug zu sein.

Eigentlich sind wir schon makellos

Mit uns ist nichts verkehrt. Wir sind nicht perfekt, aber jede Vorstellung von Perfektion entsteht aus einem Ideal, das sich irgendjemand ausgedacht hat, damit sich andere minderwertig fühlen.

Wir sind nicht perfekt, aber wir sind makellos. Wir sind von Grund auf gut und schon längst eins mit unserer Umwelt, wenn wir es denn nur einfach mal sehen würden. Versetze dich selbst zurück in die Situation als du sechs Jahre alt warst und dich einfach nur gut gefühlt hast. Vielleicht nicht immer, aber es gab sehr viele solcher Momente. Du hast gespielt, geträumt, Dinge gebaut, dich mit anderen connected, warst voller Freude, Neugier und Zuversicht. 

Genau das ist dieses Gefühl, ganz mit der Welt zu sein, auch mit dir selbst. Und es ist immer noch da, in dir drin. Aber es wird überdeckt von einer Welt die dir die Argumente liefern will, dass du nicht gut genug bist. Lösche diese Argumente aus deinem Kopf, übermale sie mit weisser Farbe und stell dein inneres Radio auf gute Musik. Und geb dir nun eine neue Denkweise, in welcher du ganz bist, voller Liebe und guten Gedanken.

5 kraftvolle Wege wie du mit diesem Gefühl der Ungenügsamkeit arbeiten kannst

Wie beginnen wir nun diese Veränderung? Ein kleiner Schritt zu jeder Zeit und es gelingt dir alte Gedankenmuster aufzubrechen und neue zu formen. 

Hier sind ein paar kraftvolle Wege diese Veränderung in Gang zu bringen – sei dir bewusst, dass das nicht in genau dieser Reihenfolge passieren muss. Es gibt viele Wege wie man an dem Gefühl arbeiten kann nicht genug zu sein:

1. Übe dich in Freundlichkeit und Liebe mit dir selbst: Das ist so ein Schlüsselpunkt in der eigenen Praxis zur Veränderung: betrachte dich selbst mit Güte und Freundlichkeit, gib dir selbst die Wärme und Liebe, die du brauchst. Das was du anderen gibt, gibst du auch dir selbst, jederzeit und bedingungslos. Immer dann wenn du dich selbst betrachtest oder etwas, das du getan hast, dann lege diesen Schalter von Freundlichkeit dir selbst gegenüber ein. Lass die alten harten Wege hinter dir, wandle sie in Freundlichkeit, Selbstrespekt und Wärme um.

2. Nutze den Schmerz als Weg zur Veränderung: Wenn wir das Gefühl haben, dass etwas nicht in Ordnung mit uns ist, kann das schmerzhaft sein. Aber dieser Schmerz kann auch sehr nützlich sein. Geh in deinen Körper, fühle den Schmerz und nimm diese Situation bewusst wahr. Wo genau befindet er sich? Sei neugierig. Der Schmerz, quasi als eigenständige Kraft, wird sich dir dann für den gegenwärtigen Moment öffnen. Statt dich dann in Gedankenkreisen zu verlieren, kannst du diese Kraft nutzen, um deine eigenen Themen voranzubringen. Wenn nun du diesen Schmerz fühlst, kann es nicht auch sein, dass es anderen genau so geht? Kannst du dich in andere hineinversetzen? Siehst du das mit Freundlichkeit und Liebe aus deinem Herzen heraus? Erkennst du nun was eigentlich los ist und was du wirklich tun kannst?

3. Sehe von Grund auf das Gute: Im Grunde sind wir alle gut. Daran glaube ich ganz fest. Wir haben ein gutes Herz, wollen glücklich sein, nett zu anderen, haben Mitgefühl und wollen uns mit anderen Menschen verbunden fühlen. Jeder von uns kann sich auch darin üben mit offenen Augen und Herzen durch die Welt zu gehen und diese Verbindung zu spüren, indem wir uns achtsam unseren Intentionen bewusst sind, Mitgefühl zeigen und uns darin üben jeden Moment für sich zu sehen und spüren. Je mehr man sich in dieser Achtsamkeit übt, desto stabiler wird auch das Vertrauen in sich selbst. 

4. Übe dich selbst regelmäßig in Mitgefühl: Du kannst diese Übung genau jetzt machen: spüre den Schmerz einer andern Person, die dir etwas getan hat und die sich nun ungeliebt oder Fehl am Platz fühlt. Kannst du ihr wünschen, dass sie sich von dem Schmerz löst? Wenn du selbst den Schmerz und die Enttäuschung in deinem Körper wahrnimmst, kommt dann nicht auch ein Bedürfnis nach Frieden in dir hoch? Kannst du dir denn dann nicht auch selbst wünschen glücklich zu sein? Genau diesen Wunsch kannst du in deinem Herz spüren, wenn du übst. Nimm das wahr, kultiviere diese Übung regelrecht, indem du dir immer wieder wünscht dich von Schmerz und Stress zu lösen, dir selbst Glück und Frieden wünscht. Auch das wird dir helfen von dem Schmerz loszukommen, dass etwas nicht mit dir in Ordnung sein soll. 

5. Nutze Selbstzweifel um dich deiner Neugier zu öffnen: Wenn du Zweifel hast, dass du Recht hast oder ob du etwas kannst oder wie du lebst oder wer du bist…. Dann ist das ok! Zweifle daran, bleib in der Ungewissheit, das ist nichts schlechtes. Tatsächlich lernen wir daraus enorm viel, wenn wir diesen mit Neugier begegnen.“Ich weiss nicht, ob ich das so richtig mache, kann ich neugierig genug bleiben und lernen wie es geht?“ oder „Kann ich neugierig genug über das Gefühl der Ungewissheit bleiben, der unklaren Aufgabe und deren Lösung?” Du kannst dich der Neugier in jedem Moment öffnen, es ist ein Raum der Ungewissheit, der Wahrnehmung, dass Wissen begrenzt ist und Unwissen ein weiter offener Raum für Möglichkeiten, Kreativität, Entdeckungen, Spiele und Wunder ist.

Wie du siehst ist das Gefühl, dass etwas falsch an dir sein soll Quatsch und es ist lediglich der Anfang einer möglichen Veränderung. Du kannst es nutzen, um dich zu wandeln, dich in Freundlichkeit und Mitgefühl dir selbst gegenüber zu begegnen, dich für den Moment zu öffnen und das grundlegend Gute in dir zu erkennen. Du kannst es nutzen, um dich für Neugier, Möglichkeiten, das Ungewisse, Kreativität, Entdeckungen, Wunder und Liebe zu öffnen.

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