Wie du dich von Selbstzweifeln löst

Ich habe heute durch Yoga ein weiteres mal meinen inneren Kritiker ausschalten können. Wie mir das gelang, möchte ich dir hier beschreiben:

Oft glauben wir selbst am wenigsten an uns. Der innere Kritiker in uns selbst schreit vor Selbstzweifeln, wir sollen gefälligst besser werden, mehr so sein wie der oder die da drüben und wir wollen es bitte uns selbst und anderen Recht machen. Und wenn die Bestätigung nach der wir so lechzen, dann doch nicht von außen kommt, kann das Ego ganz schön ins Zweifeln geraten. Zugleich ist das Schädlichste was wir machen können, nur darauf aus zu sein unser Ego von anderen Streicheln zu lassen. Es ist viel heilsamer und gesünder einfach zu geben, ohne Erwartungshaltung, ohne dem Bedürfnis einer Rückmeldung anderer. Insbesondere heute wurde mir das früh und spät vor Augen geführt und ich möchte das gerne an 2 Situationen konkretisieren:

Situation 1

Ich bastele gerade an einem Meditationskurs für diesen Blog und habe dazu meine Freunde eingeladen, mich zu beurteilen und zu bewerten. Dabei hätte ich nie gedacht, dass ich jemals so nach Feedback lechzen würde wie heute. Nie wäre es mir in den Sinn gekommen, dass ich einmal kein Feedback schlimmer finde als schlechtes. Ich hätte auch nie gedacht, dass so wenig Rückmeldung auf meine Bitte mit Feedback zu geben zurück kommt. Ich war wirklich enttäuscht und fragte mich woran das liegen mag. Mein inneres Kind war heute echt angeschlagen und hat sich ziemlich im Stich gelassen gefühlt, und das obwohl es kritisiert werden wollte. 

Situation 2

Bis ich dann heute meine erste Yoga-Anfängerstunde für einige Mitschüler meiner Ausbildungsgruppe gegeben habe. Man war ich schlecht vorbereitet, man musste ich improvisieren, weil ich mir zuvor viel zu viel Gedanken über meinen Meditationskurs gemacht hatte. Ich habe es trotzdem ganz gut hinbekommen. Nach der Stunde bekamen wir Lehrer dann Feedback von unseren Kollegen und auch das war sehr spannend. Ich bekam viel positive Rückmeldung über meine grundsätzliche Art zu unterrichten und die Kritik war richtig konstruktiv.

 

Zwei absolut unterschiedliche Situationen: einmal war ich mit mir selbst und meinem Ego bzw. inneren Kind beschäftigt. Das andere Mal legte ich dann mein Ego ab und dachte mehr daran was anderen gut tut. Der zweite Fall tat meinem Wohlbefinden deutlich besser. Allein aus egoistischen Gründen sollte ich wohl daher mehr an andere denken als an mich selbst. 

Meine Erkenntnisse dieses Tages kann ich so zusammenfassen

Erkenntnis 1

Negative (und auch positive) Selbstgespräche ohne ehrliche Außenwahrnehmung sind relativ wenig wert, wenn du nicht in Interaktion mit ihnen gehst. Der Großteil deiner Gedanken ist ohne Spiegel von außen sowieso einfach Bullshit. Gehe ins Gespräch mit anderen Menschen oder gehe mit dir selbst auf eine Metaebene. Komme raus aus ungesunden Gedankenkreisen. Mediation ist auch hier wieder der Schlüssel, egal wie diese für dich gestaltet sein mag.

Erkenntnis 2

Man kann seine Gedanken, seine Stimmung und sein Wohlbefinden komplett über seine eigenen Worte steuern. Ich habe heute unterrichtet, mich kein Stück dabei mit meinen Schülern mitbewegt. Alles was ich getan habe war, ihnen zu sagen was sie tun sollen und wie sie dabei denken und fühlen sollen. Am Ende der Stunde war ich so entspannt wie meine Schüler bzw. als hätte ich selbst geübt. Worte haben eine enorme Kraft. Was du zu anderen sagst, sagst du immer auch zu dir selbst. 

Erkenntnis 3

Die Art und Weise wie du dich äußerst und ob du an anderen Menschen mehr negatives als positives siehst, sagt mehr über dich aus, als über die Person, zu der du dich äußerst.

Erkenntnis 4

Umfassende Antworten kommen von Menschen, die sich in einem Gebiet gut auskennen. Menschen, die erkennen welcher Aufwand in einer Arbeit steckt, sind eher bereit Feedback zu geben als jene, die (davon noch) keinen Plan haben. Lerne also an Menschen zu wachsen, die „weiter“ in einem Thema sind als du.

Erkenntnis 5

Ein Mensch, der sich mit einem Thema nicht auskennt, kann es schwer bewerten. Daher wird er meist schweigen. Gerade wenn du jene erreichen willst, die zu deinen Themen nichts sagen können, kann das problematisch sein. Lerne deswegen Fragen auf Umwegen zu stellen. Menschen, die keine Ahnung von einem Thema haben, haben zugleich auch oft die höchsten Erwartungen an andere und sind am wenigsten bereit sich selbst dafür einzusetzen. Lerne hier zu priorisieren. 

Erkenntnis 6

Es gibt kein Scheitern, wenn du aus deinen Fehlern lernen kannst. Ändere deine Grundeinstellung, wenn du das anders siehst.

Erkenntnis 7

Du bist gut so wie du bist. Du bist genug. Du bist wertvoll. Du bist ein Geschenk für diese Welt. Dein Wesen und deine Liebenswürdigkeit ist unabdingbar. Keiner kann diese in Frage stellen, nicht mal du selbst.

 

Je mehr ich nach außen gehe mit meiner Arbeit, desto mehr kommen Rückmeldungen von allen Seiten. Dieses Wochenende bin ich endlich wieder im Ashram und hoffe dort meine Gedanken dazu sortieren zu können. Ich habe viele tolle Ideen für diesen Blog und meine Yogastunden (auch von meinem Umfeld bekommen). Aus rein egoistischen Gründen bin ich daher schon gespannt wie ich dies in diesem Blog verarbeiten kann. 

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