Die Kunst des Loslassen

Was machst du, wenn du beruflich oder privat konstant unter Stress stehst, busy bist und bis zum Kopf voll mit Arbeit bist? Oder was passiert da bei dir, wenn du gerade ein total entspanntes Leben hast und sich vor dir von einem Moment zum anderen ein riesen Chaos auftut? Du kennst diese Situationen nur zu gut und wir alle könnten in solchen Momenten eine gute Portion Zen gebrauchen, der Kunst des Loslassen.

Nun was ist ein Zen Geist? Wenn ich ehrlich bin, weiss ich das selbst noch nicht genau, aber ich habe mich in den letzten Wochen und Monaten konstant darin geübt loszulassen. 

Nehmen wir ein einfaches Beispiel: Dir steht eine Deadline bevor, sei es aufgrund einer Prüfung, eines Auftrags oder der Rockband deines schwulen besten Freundes. Und diese Deadline stresst dich! Aber was ist nun die Quelle dieses Stresses? Es ist nicht die Arbeit an sich, die dahinter steckt, denn diese ist eine einfache Abfolge an Taten. Es ist auch nicht die Deadline an sich, weil diese lediglich ein zeitlicher Endpunkt in der Zukunft ist. Es ist schlichtweg deine Reaktion auf dieses externe Ereignis die dich stresst. Sie macht dir Angst, du befürchtest etwas nicht zu erreichen, dumm dazustehen oder inkompetent zu wirken. Diese Angst führt deswegen zu Stress, weil erwartet wird, dass bestimmte Dinge sich in eine gewünschte Richtung entwickeln sollen. In diesem Fall, dass die Deadline eingehalten wird und alles cool und smooth rüberkommt. 

Was wäre nun wenn wir dieses Wollen loslassen könnten? Es wäre eine tolle Fantasie, eine Idealvorstellung und ich halte gerne daran fest. Es kann sein, dass sich die Dinge gut entwickeln, klar, aber es gibt immer auch dutzende andere Wege über die wir keinerlei Einsicht haben. Alles was ich machen kann ist meine Aufgaben zu erledigen, bei welcher mir dann diese Idealvorstellung, aber auch die Angst und der Stress in den Weg kommen. Wenn ich nun also von der Fantasie loslasse, kann ich mich auch von Angst und Stress lösen.

Das ist der Zen Geist mit dem ich mich gerade beschäftige. Es ist ein einfaches Loslassen und während man das tut gelangt man zu einem friedlichen Geist. Egal welches Chaos gerade um einen herum herrscht oder wie sehr das Umfeld gerade stresst, man selbst bleibt in diesem friedlichen Zustand. Wie gesagt, bin ich selbst noch nicht gut darin, aber ich übe mich. Und hier möchte ich das teilen was ich weiss:

Hier nun also die Schritte um loszulassen:

1. Nimm wahr warum du gestresst bist: Welche externen Faktoren stressen dich? Warum lässt du dich davon einnehmen? Welche Ängste hast du?

2. Nimm wahr woran du festhältst: Wenn du mit Angst auf etwas reagierst liegt es daran, dass du an etwas festhalten willst.  Und das ist höchstwahrscheinlich eine Fantasie/Idealvorstellung. Oder du willst die Kontrolle über etwas, willst dass sich etwas in eine bestimmte Richtung entwickelt, möchtest, dass deine Erwartungen erfüllt werden.

3. Sei dir bewusst, dass das nicht real ist: Diese Erwartung, diese Fantasie, dieser Wunsch, den du kontrollieren willst, steckt nur in deinem Kopf. Wir alle machen das. Aber es ist eben nichts reales, und wir sollten uns von diesen Wunschvorstellungen lösen.

4. Bemerke, dass es dir weh tut: Diese Fantasie, die du dir aufgebaut hast löst Stress in dir aus, das verkürzt dein Leben. Es löst Schmerz in dir aus. Nimm auch das wahr. 

5. Lass los: Wenn etwas das du dir eingebildet hat Schmerz in dir auslöst, warum solltest du dann daran festhalten? Das ist es nicht wert.  Indem du loslässt, lässt du den Schmerz frei und am Schluss bleibst nur du selbst übrig und die Aufgaben die dir noch bevorstehen. 

Nun arbeitest du stundenlang und bist gestresst. Es ist Arbeit die du vielleicht liebst, aber trotzdem ist sie anstrengend, trotzdem voller Stressoren. Vielleicht gelingt es dir hier und da eine Pause einzulegen, vielleicht nimmst du dir das Wochenende frei oder sogar einen grossen Urlaub. 

Eine Tatsache wird bleiben: egal wieviele Pausen und Urlaube du machst, der Grossteil deines Lebens wird sich um deine Arbeit drehen und darum wie du mit dem daraus entstehenden Stress umgehst. Im Prinzip sollte es dir gelingen gleichzeitig zu arbeiten und im Urlaub zu sein. Das ist die Übung des Zen Geistes von der ich spreche, loszulassen und fähig zu sein tief durchzuatmen, und trotz eines stressigen Tages zu lachen. 

Lass los von Begehrlichkeiten, von Erwartungen, von dem Wunsch zu kontrollieren und dein Stress verschwindet. Öffne stattdessen dein Herz und sei offen.  Das ist manchmal einfacher gesagt als getan, ich weiss. Und im realen Leben bedarf das jeder Menge Übung. Wir vergessen viel zu oft, dass es sich bei jeder Aufgabe um einen Prozess handelt und wollen gleich zum Ziel. Und auch das ist ok. Denn das Leben besteht aus ständigen Übungen. Bleib also dran, hör auf perfekt sein zu wollen und löse dich von alten Energien. Denn schon alleine beim Versuch bist du genau gut so wie du bist. 

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