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Eine der besten Veränderungen, die mir geholfen hat wirklich glücklich zu sein, war es, die Bewertung anderer Menschen als Alarmsignal zu betrachten.

Also, ich werde nicht so tun, als würde ich nie über andere Menschen urteilen. Ich glaube sogar, dass das ein eingebauter Mechanismus ist, den alle Menschen haben oder etwas, das sich aufgrund des Umfeldes entwickelt. Jeder von uns bewertet andere Menschen, bewusst und unbewusst. Und ich bin davon sicher keine Ausnahme.

Aber ich bin besser darin geworden das wahrzunehmen, wenn es passiert. Und ich verstehe auch, dass es ein Signal für etwas Schädliches ist.

Die Bewertung an sich ist nicht das Schlimme. Es ist eher das Symptom das hinter der Bewertung steckt, welches schädlich ist. Ich sage „schädlich“ und nicht „schlecht“, weil ich es nicht werten will, sondern es als etwas wahrnehmen will, das Schaden anrichten kann.

Welche zugrunde liegende Situation weist auf Menschen hin, die verurteilen? Hier sind ein paar Signale:

  • Man ignoriert in welchen Umständen sich die Person befindet.
  • Man versteht die Situation nicht.
  • Man hat unrealistische Erwartungen an diesen Menschen.
  • Man denkt, man wäre besser als andere.
  • Man ist undankbar.
  • Man ist selbstzentriert.
  • Man ist nicht neugierig und verschließt sich jeder neuen Erfahrung.
  • Man kann nicht wirklich etwas zu der Verbesserung der Situation beitragen.

 

Wie Bewertungen entstehen

Lass uns eine fiktive, aber durchaus realistische Situation als Beispiel nehmen, an der ich zeigen will, was ich meine:

Ich sehe einen geliebten Menschen, der seine Gesundheit gefährdet. Er ist übergewichtig, hat Diabetes, raucht, isst nur Fast Food und macht lauter Bullshit. Ich weiß, dass er vieles verbessern kann, wenn er seine Gewohnheiten ändern würde. Ich urteile über diesen Menschen, denke schlecht über ihn, bin frustriert und lehne ihn ab. Das passiert mir und anderen Menschen ständig. Man braucht nur ein paar Punkte verändern, statt irgendeinem Menschen ist es dein Partner, dein Kollege, ein Freund und statt ungesunden Sachen ist es etwas anderes was dir nicht gefällt.

Was passiert da in diesem Beispiel?

Nun, zunächst ignorieren wir, was in dieser Person vorgeht und wir verstehen die Situation nicht. Es geht ihm nicht gut, weil er gesundheitliche Probleme hat, sich schuldig fühlt, ängstlich und unsicher ist. Wegen dieser negativen Gefühle will er nicht über seine Gesundheit nachdenken und begibt sich in angenehmere Gefühle, indem er raucht und isst. Er will eigentlich nur glücklich sein. Und eigentlich geht es mir genauso, die ganze Zeit. Ich scheitere, ich fühle mich schlecht, ich belohne mich. Ich bin also kein Stück besser, selbst wenn ich das denken will. Was noch dazu kommt ist, dass ich undankbar bin: Ich fokussiere mich darauf was an der anderen Person schlecht ist, statt die tollen Sachen an ihm zu sehen. Der Mensch ist toll. Indem ich mich aber auf die Bewertung fokussiere, weiß ich das nicht wertzuschätzen. Stattdessen bin ich selbstzentriert und konzentriere mich darauf wie viel toller ich doch bin, wie mich die andere Person nervt und um wieviel wichtiger mein Frust ist als der Schmerz, den die andere Person fühlt. Ich bin nicht neugierig darüber, wer der Mensch eigentlich ist, was er gerade durchmacht und warum. Stattdessen habe ich ein Urteil gefällt und beende dadurch jegliche weitere Nachforschung. Es ist simpel, ich bleibe in meiner Komfortzone. Und aus dieser Position heraus kann ich gar nicht helfen, weil ich den Dialog innerlich beendet habe, genauso wie ich die Person abgeschrieben habe.

Man erkennt, wie all das total schädlich ist. Wie es frustriert und unglücklich macht. Es schadet der Beziehung zu diesem Menschen, behindert jegliche Kommunikation, jegliches Dazulernen. Es verbietet mir, den Schmerz, den die Person hat zu lindern, es verschließt mich gegenüber dem was diese Person für mich tun kann. Abgesehen von weiterem Schaden.

Wie man von Bewertungen loslässt

Werde dir zunächst bewusst, dass du wertest und sehe es als Alarmsignal. Es ist nicht schlimm. Aber es ist ein gutes Zeichen dafür, dass etwas los ist, was dir und anderen schadet.

Dies bedarf Übung. Aber es gibt auch Zeichen, die dir zeigen, dass du gerade urteilst. Wenn du dich wütend, frustriert oder abweisend gegenüber jemandem verhältst. Wenn du dich über jemanden beschwerst oder über jemanden lästerst. Es sind Zeichen, dass du urteilst. Nimm wahr, was los ist.

Nachdem du die Alarmsignale wahrgenommen hast, verweile einen Moment und bleibe neugierig. Lass dich nicht verunsichern und bleibe neugierig:

  • Warum bewertest du?
  • Was sind deine Erwartungen, was ist daran unrealistisch?
  • Kannst du einschätzen, was gerade bei der anderen Person los ist?
  • Kannst du mehr herausfinden? (Das ist nicht immer realistisch, aber manchmal klappt das.)
  • Kannst du aus deiner Selbstzentriertheit herauskommen und dich in die andere Person hineinversetzen?
  • Erinnerst du dich an eine Zeit in der es dir ähnlich ging wie dieser Person?

Sobald du das gemacht hast fragst du dich: wie kann ich dieser Person helfen? Was braucht dieser Mensch? Manchmal brauchen Menschen einfach jemanden der zuhört, ein Freund ist, nicht urteilt, die Person akzeptiert. Manchmal braucht der Mensch auch mehr: einen guten Rat, Hilfe oder eine Umarmung.

Aber du kannst der Person nicht aus einer urteilenden Position heraus helfen. Du kannst nur wirklich helfen, wenn du deine Bewertung loslässt und in eine Position der Akzeptanz, Neugier und Empathie kommst. Und wie von selbst macht auch dich dieser Prozess glücklicher.

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