Viele unserer Probleme, Sorgen und Ängste sind selbst geschaffen. Wir können uns nicht entspannen, weil wir zu sehr auf eine Sache, Situation oder auch Person fixiert sind. Sei es unser Job, ein sportliches Ziel, das wir unbedingt erreichen wollen oder ein Herzensmensch: durch die zu starke Fixierung auf eine Idealvorstellung „wie es zu sein hat“ schaffen wir Stress und Unmut in uns selbst und anderen. Statt den Dingen ihren Lauf zu lassen, aus den gegebenen Themen das Beste zu machen und  uns weiter Mühe zu geben ein „guter Mensch“ zu sein, sind wir frustriert, schieben Themen vor uns her und verlieren dann vor lauter Prokrastination den Fokus auf das Wesentliche. Stattdessen sollten wir den entsprechenden Menschen einfach für das wunderbare Wesen wertschätzen das sie oder er ist. Und auch sonst sollten wir uns bei anderen Schwierigkeiten selbst aus der Komfortzone bewegen, nicht darin versinken.

Also einfach Loslassen ist die Devise. Sie ist wohl leichter geschrieben als getan. Denn wenn unser Geist auf etwas Bestimmtes fokussiert ist, wollen wir einfach nicht locker lassen. Wir wollen, dass die Dinge so laufen wie wir sie uns vorstellen. In einer Leistungsgesellschaft wie unserer wird uns das auch immer wieder gepredigt: nicht locker lassen, immer weiter machen, nicht aufgeben bis man ans Ziel kommt. Dieser Kampfmodus kann jedoch schnell dazu führen, dass wir uns ausgebrannt und leer fühlen. Statt loszulassen zeigen wir dann lieber mit dem Finger auf andere, es ist schliesslich rational begründbar und oft einfacher, als in sich selbst hineinzuhorchen.

Eine Methode um von geistigen Fixierungen loszulassen möchte ich hier vorstellen. Sie ist an die buddistische Philosphie angelehnt.

  1. Meditiere täglich: Setze dich auf ein Kissen auf dem Boden, komme in eine ruhige Position in der du dich nicht bewegst und ganz im Moment sein kannst. Achte auf deinen Atem, deinen Körper und darauf was in dir vorgeht. Du wirst schnell feststellen, dass deine Gedanken vom Moment abschweifen, sei es um über vergangenes nachzudenken oder über deine Zukunft. Durch Meditation kannst du lernen von diesen Fixierungen loszulassen. Achte einfach auf deine Gedanken und lasse sie ziehen, um in den Moment zurückzukehren. Es wird dir immer wieder passieren, dass du abschweifst und du trainierst deinen Geist darin, dich immer mehr auf den Moment zu konzentrieren. Du wirst feststellen, dass egal worauf du zuvor fokussiert warst, es nicht mehr wichtig ist. Es war lediglich eine einfache Geschichte, die du dir in deinem Kopf zusammengereimt hast. Du wirst leichter und du entspannst dich. Die schweren Gedanken lösen sich auf.
  2. Übe dich in Gutmütigkeit: Während der Meditation wünscht du dir ein Ende deines Schmerzes oder des eines anderen herbei. Durch diesen Wunsch wandelt sich deine Fixierung auf die Wut oder den Schmerz in Wärme dieser Person oder dieser Situation gegenüber um und du kannst dich von ihr lösen. In gleicher Weise verbindest du dich mit dir selbst und anderen Menschen und erkennst, dass dein Leid genau das gleiche ist wie ihres, dass ihr also im selben Boot sitzt. Deine Fixierung und die Geschichte die du dir zu Beginn erzählt hast verliert an Bedeutung.
  3. Schaffe Verbindung: Wünsche dir bei deiner Meditation nicht nur, dass dein Leid und das der anderen endet, sondern wünsche euch auch glücklich zu sein. Es ist dabei egal ob du die andere Person magst oder nicht. Auch hier erkennst du, dass alle und alles in Verbindung zueinander stehen, alles zusammenhängt. Die Verbindung zu anderen Menschen hilft dir, weniger verkrampft zu sein und das Leben leichter zu nehmen.
  4. Akzeptiere: In der Wurzel ist eine geistige Fixierung die fehlende Akzeptanz darüber wie die Dinge aktuell sind. Du willst einfach etwas bestimmtes. Irgendetwas gefällt dir nicht an dir, der anderen Person oder deinem aktuellen Zustand. Durch Meditation, Gutmütigkeit und der Erkenntnis, dass alles zusammenhängt, beginnst du Vertrauen zu schöpfen und die Situation anzunehmen wie sie ist. Durch die Bewusstwerdung deiner Ablehnung des aktuellen Moments öffnest du dich für die Wirklichkeit und Realität in der du dich gerade befindest. Vielleicht gelingt es dir auch wieder Neugier zu entwickeln und deinen Geist zu weiten.
  5. Ausdehnung: All diese Übungen weiten deinen Geist, und er löst die Verkrampftheit davon wie die Dinge sein sollen, weg von Wünschen und Ablehnungen. Du siehst das grosse Bild und deine vorherigen Gedanken als kleinen Teil davon. Dein Geist weitet sich wie ein tiefer blauer Ozean und diese kleinen Fixierungen werden zu einem winzig kleinen Teil von ihm. Du kannst in diesem auch die Nöte der anderen sehen und deren Bedürfnisse. Du siehst den Moment mit all seiner Schönheit und bleibst noch eine Weile dort.

Wiederhole diese Praxis täglich und du wirst nachhaltig Veränderungen an dir erkennen. Übe am besten morgens, konzentriere dich für einige Minuten auf deinen Atem. Betrachte deine Emotionen und die Sicht auf deine Geschichte vor deiner Meditation und danach. Nach einigen Wochen fügst du Gutmütigkeit hinzu und verbindest dich innerlich immer weiter mit anderen Menschen. übe den Moment zu akzeptieren und dehne dich immer weiter aus. Mache kleine Schritte. Wenn nun eine schwierige Aufgabe in dein Leben kommt, wirst du erkennen, um wie viel einfacher du dich von deinen negativen Emotionen lösen kannst. Statt der vorherigen schweren Gewitterwolke fühlt es sich an wie eine kleine Böhe, die du ganz einfach an dir vorbeiziehen lassen kannst.

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