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Was Meditation mit dem Gehirn macht

Ich war letzte Woche für ein paar Tage in London, relativ spontan und ohne Plan. Was mich an mir selbst überrascht hatte, war meine innere Ruhe im weihnachtlichen Trubel der Stadt. Vieles von dem was mich noch vor ein paar Jahren aufgewühlt hätte (Sightseeing, die Luxusläden, der chaotische Verkehr) zog einfach an mir vorbei. Die beste Zeit hatte ich zu meinem eigenen Amüsement in Museen und Bücherläden, ich war damit total erfüllt und glücklich. Es war überraschend für mich wie klar und ruhig mein Geist dabei war. Was mir vor meiner Yogiphase definitiv noch nicht möglich gewesen wäre, kam nun auf ganz natürliche Weise. Ich war fasziniert davon, unter welchem Stress ich einfach ruhig bleiben konnte. Und so begann ich mich, auch aufgrund dieses Umfelds, mit den Fähigkeiten meines Hirns und dem Einfluss von Meditation und Yoga auseinanderzusetzen.

Was die Wissenschaft zur Wirkung von Meditation auf das Gehirn sagt

Dabei stieß ich während der Lektüre von Daniel Golemans Buch “The Science of Meditation” auf den Begriff der Neuroplasitzität.  Dieser beschreibt die Formbarkeit des Hirns. Was mir durch den jahrtausendealten (Zen-)Buddhismus und Bruce Lees Filme mit dem Begriff Fluidität des Geistes schon bekannt war, erkannte ich nun in  der westlichen Wissenschaft wider.  Es ist die Fähigkeit des Geistes sich auf sich wiederholende Situationen einzustellen, flexibel und anpassungsfähig zu sein.

Zum einen berichtet Daniel Goleman in diesem Buch über Helen Nevilles Forschung der Hirnaktivität von Musikern und Gehörlosen. Sie stellte dabei fest, dass Gehörlose bei ihrer Kommunikation (mit den Händen) Hirnareale nutzen, die ursprünglich der auditiven Verarbeitung von Informationen dienten. Das heißt, dass Gehörlose “gelernt haben” auf  Hirnfunktionen zuzugreifen, die so nicht für bestimmte Themen vorgesehen waren.  Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich dies bestätigen. Meine Mutter, die seit klein auf gehörlos ist, sieht mehr, riecht mehr und spürt auch taktil mehr als meine Wenigkeit. Ich bin ziemlich überzeugt davon, dass sie ihren fehlenden Hörsinn durch anderen Sinne ausgleicht.

Was ich damit sagen will ist, dass es uns durchaus möglich ist, unser Gehirn zu trainieren und zu formen, sei es auf unbewusste oder bewusste Art. Damit ist unser Gehirn kein statisches Organ, sondern durchaus anpassungsfähig und beeinflussbar. Dies gelingt uns beispielsweise zu unserem eigenen und dem Wohlbefinden anderer, wenn wir regelmäßig meditieren. Ich möchte dabei Sara Lazar sprechen lassen, eine Neurowissenschaftlerin der Harvard Medical School.

Auch ihre Themen kann ich durch meine persönlichen Erfahrungen bestätigen. Ich fühle mich nach jeder (geführten) Meditation und Yogaeinheit ruhiger und gelassener. Wenn ich zuvor ängstlich war, dann ist dieses Gefühl meistens danach weg. Meine Gedanken werden auch über längere Phasen hinweg positiver und empathischer. Das gelang mir persönlich allerdings nicht gleich nach der ersten Meditations- bzw. Yogaeinheit sondern tatsächlich erst nach einigen Monaten regelmäßiger Praxis.

Wie du Meditation als Anfänger üben kannst

Wie kann es also einem Anfänger gelingen, sein Gehirn durch Meditation auf positive Weise zu lenken, es flüssiger werden zu lassen? Neben den Tipps, die ich in meinem Artikel “12 Tipps für einen leichten Einstieg in die Meditation” will hier noch ein paar Anregungen geben, damit dies auch für Beginner einfach klappt.

  1. Versuche nicht deine Gedanken zu unterdrücken und nutze Meditationstechniken, die nicht zielgerichtet sind.
  2. Lasse dich zu Beginn auf Meditationsunterricht ein. Lass dich von jemandem unterrichten, sei es online oder in einer Schule. Wenn du etwas neues lernen willst, dann brauchst du zunächst einen klaren Fahrplan. Es ist wie Fahrradfahren oder Schwimmen lernen. Zunächst brauchst du jemanden, der dir zeigt was man genau macht, um in den Flow zu kommen.
  3. Lasse das Argument “Ich habe keine Zeit dafür” nicht gelten. Durch Yoga und Meditation löst du den Stress, der dich zu solchen Gedanken bringt. Im Gegenteil: du setzt dein biologisches Alter zurück und gibst dir dadurch sogar mehr Zeit als du “verbrauchst”, sowohl körperlich wie auch geistig. Es ist wie Geld anlegen. Den Euro, den du heute sinnvoll anlegst hast du morgen in vielfacher Weise zurück. Statt zu sagen “Ich habe keine Zeit dafür” bzw. als Analogie “Ich habe kein Geld dafür”, investierst du deine Ressourcen weise, um in der Zukunft mehr davon zu haben. Die Menge die du investierst muss dabei nicht hoch sein, beginne mit ein paar Minuten täglich und du wirst schon in einigen Monaten die ersten Früchte ernten.
  4. Bleibe geduldig. Es kann sein, dass du nicht sofortige Ergebnisse spüren wirst. Manche davon sind dir dann vielleicht auch nicht mehr bewusst, weil sie schon in deinen Alltag und deine Gewohnheiten übergegangen sind. Seit ich meditiere bin ich beispielsweise viel weniger auf Streit aus und lasse die Dinge schneller gehen. Ich hätte die alte Version von mir aber auch schon vergessen, wenn ich nicht von Freunden darauf hingewiesen worden wäre.

Meditation und Yoga (Yoga ist eigentlich eine Art körperliche Meditation) können enorm positive Auswirkungen auf deine Gedanken, deine Denkleistung, deine Empathiefähigkeit und Stressresistenz haben und damit auf deine Lebensqualität. Diese Skills kannst du bei regelmässiger Praxis immer dann aufrufen, wenn du sie brauchst. Daher lohnt es sich sie in ruhigen Momenten zu üben, um sie in unruhigen Phasen anzuwenden. Damit wirst du ein richtiger Ninja!

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